Suchtprävention
Was hat die Theatergruppe mit Suchtprävention zu tun?
Sehr viel, denn ein Kernstück der Suchtprävention ist die Hinführung der jungen Menschen zu ausgeglichenen Persönlichkeiten mit einem gesunden Selbstvertrauen. Nur wer Freude am Leben empfindet und genug Selbstbewusstsein besitzt, kann auch unter Druck nein sagen zu Suchtmitteln und Suchtverhalten. Dazu kann der Sportverein ebenso beitragen wie die Musik- oder Theatergruppe. Aber auch die Aufklärung über Suchtmittel und Suchtverhalten ist eine tragende Säule der Prävention: sie soll helfen, Suchtgefahren frühzeitig zu entlarven und ihnen so entgegentreten zu können.
Neben der turnusmäßigen Behandlung des Themas Sucht in vielen Fächern (Biologie, Sozialkunde, Deutsch, Chemie, Sport, Religion und Ethik) wurde auch dieses Jahr wieder das von vielen Suchtexperten hochgelobte Projekt ALF (Allgemeine Lebenskompetenzen und Fertigkeiten) in den Jahrgangsstufen 5 und 6 durchgeführt. Wie der Name sagt, liegt der Schwerpunkt hier auf der Förderung allgemeiner Lebenskompetenzen, also einer Stärkung der Persönlichkeit. Einige Einheiten dienen aber auch der Aufklärung über Sucht und Suchtgefahren.
Wir hoffen, dass alle unsere Bemühungen Wirkung zeigen und die jungen Menschen vor einem Weg in die Sucht bewahren. Optimistisch stimmt in diesem Zusammenhang, dass die Zahl der Raucher unter den Jugendlichen in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist (von 28% auf 20% der 12- bis 17-jährigen), Rauchen laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) bei Jugendlichen vermehrt als uncool erkannt wird und die Zahl der Drogentoten in Deutschland seit 1989 kontinuierlich fällt. Dies zeigt, dass die Präventionsarbeit greift, die in Deutschland von vielen Seiten geleistet wird. Wichtigster Bestandteil zum Schutz der Heranwachsenden vor Süchten bleiben aber Eltern, die mit gutem Beispiel vorangehen, ihren Kindern mit Offenheit zur Seite stehen und ihnen gleichzeitig Geborgenheit geben.
Arno Friese
(Beauftragter für Sucht- und Drogenprävention)