Sie befinden sich hier: Home   Archiv   2005-2006   Verabschiedung/Einstand 

Verabschiedung/Einstand

Verabschiedung des stellvertretenden Schulleiters StD Gunter Fuchs

Einstand des neuen Schulleiters OStD Peter Rink

16. September 2005

Ansprache des OStD Peter Rink zur Verabschiedung von StD Gunter Fuchs

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, meine sehr verehrten Elternbeiräte, liebe Vertreter der SMV. Der Anlass, zu dem wir uns heute treffen, ist zweischneidig: Wir freuen uns für den langjährigen Kollegen des LGW, dass er zum Schulleiter berufen worden ist, wir sind traurig, dass er dem LGW nicht mehr angehört. Es gibt nicht wenige, und dazu gehöre nicht zuletzt ich selbst, die ihm von ganzem Herzen gegönnt hätten, dieses Amt in Wasserburg wahrzunehmen. Nicht immer laufen Dinge ganz so wie wir es wünschen, und später dürfen wir bemerken, dass es gut so war. Ich hoffe und wünsche, lieber Gunter, und damit komme ich dazu, Dich selbst anzusprechen, dass Du Dich in Gars so wohlfühlst, dass Du diesen Satz in der Zukunft so bestätigen kannst.

Wir haben, nachdem StD Fuchs am Montag seine erste Konferenz als Leiter des Gymnasiums Gars quasi im Zuge der Amtsanmaßung gehalten hat, tags darauf die endgültige Zuweisung des KM erhalten. Natürlich hatte niemand mehr Zweifel, dass diese Zuweisung erfolgen würde, dennoch haben wir uns daran gewöhnt, Aufträge wahrzunehmen, ohne dazu letztlich berechtigt zu sein. Und so beobachte ich bei aller Verschiedenheit zweier Menschen auch manche Parallelität. Da ist zunächst die fehlende Fähigkeit, in dienstlichen Angelegenheiten nein sagen zu können, die letztendlich dazu führt, dass man als "workaholic" tituliert wird, sei es scherzhaft, anerkennend, bewundernd oder etwas abfällig.

Wir beide kennen uns seit etwa 9 Jahren. Unsere stete Bereitschaft, neue Aufgaben zu übernehmen, hat uns zusammen geführt bei der Vermittlung mündlicher Leistungserhebung im Fach Deutsch. Während Du Deine Wurzeln hier in Wasserburg geschlagen hast und 20 Jahre derselben Schule in stets erfolgreicher Weise angehörtest (in verschiedenen Aufgabenbereichen), hat es mich immer wieder woanders hin gezogen. Und heute stehe ich hier und darf Dir im Namen Deiner Schule, die zu leiten nun ich das Vergnügen habe, alles Gute für Deine neue Aufgabe wünschen. Was mir in den letzten 20 Jahren zur Gewohnheit wurde, nämlich der Neuanfang, ist für Dich in der Tat ein Novum. Deine Flexibilität und Deine Fähigkeit, Dich auf neue Gegebenheiten einzustellen, sind aber so groß, dass ich keine Sorge habe, dass Du die neue Aufgabe bravourös meistern wirst. Am Ludwigsgymnasium hast Du den Vorbereitungsdienst absolviert und bist 1985 nach Wasserburg gekommen.

Ich gebe zu, lieber Gunter, ich habe mich bei kompetenten Menschen erkundigt, damit ich als Wasserburger greenhorn hier heute auch etwas fundiertes sagen kann. Dr. Wachter, der seinerzeitige Schulleiter, hielt Dich bereits prima facies für einen sowohl fachlich als auch menschlich sehr kompetenten Lehrer, den man bedenkenlos in allen Jahrgangsstufen einsetzen könne.

Aber einen excellenten Unterricht zu halten, bei Schülern, Lehrern und Eltern respektiert und geschätzt zu sein, an Fortbildung lebendig interessiert zu sein, all das, wovon manche träumen, das reichte Dir nicht. So wurdest Du schnell Referent für Theaterfahrten und Kontaktmann zum Jugendoffizier der Bundeswehr. Bereits 1987/88 stieg die Anzahl der Theaterfahrten nach Rosenheim und München auf 11. Ein beachtliches Ergebnis. Die Recherche ergab 727 verkaufte Karten. Gesamtwert knapp 9000 DM. Keine Frage, dass Du an allen Fahrten teilnahmst.

Die Betreuung der Theaterfahrten oblag Dir bis zum Jahre 1993. Keine Frage, dass Du die KZ-Gedenkstätte in Dachau regelmäßig mit Klassen besuchtest, den Bayerischen Landtag in München und den Bundestag in Bonn. Mit Deinem Leistungskurs machtest Du Dich auch auf in den geöffneten Osten, nach Prag. Und schon warst Du Multiplikator: Prüfungsaufgaben für das Abitur zu erstellen hatte Vorrang vor allen anderen dienstlichen Aufgaben, wie Dir das KM mehrfach schrieb.

Von Anfang an, meine sehr verehrten Damen und Herren, lag StD Fuchs die Verarbeitung der Informationstechnik im Unterricht am Herzen. Die Handhabung des Computers als neue Kernaufgabe von Schule hat er frühzeitig erkannt. Aber auch die Tatsache, dass er drei Fächer unterrichten und betreuen konnte, war ihm nicht genug. Er brachte Methoden des modernen Skilaufs in die Skikurse ein und trainierte vorübergehend Schülermannschaften im Volleyball. Am ersten Luitpold-Triathlon nahm er als einer der wenigen Kollegen des LGW aktiv teil. Auch in der Lehrermannschaft im Volleyball, die im Januar 2000 oberbayerischer Vizemeister der Gymnasiallehrer, wirkte er aktiv mit. Besonders hervorzuheben ist außerdem noch, dass Kollege Fuchs maßgeblich an der Konzipierung und Veröffentlichung eines Schülerlehrbuchs für den Deutschunterricht der Unter- und Mittelstufe für das G8 beteiligt ist. Nicht nur im Kollegenkreis hat dieses Werk große Anerkennung gefunden.

Von 1988/89 bis 1991/92 war er Sachbearbeiter für Stundenplanfragen, ab 1990/91 bis 2004/05 Redakteur des Jahresberichts der Schule. Als im Jubiläumsjahr 2003/04 eine aufwendige Festschrift zum 125-jährigen Bestehen des Luitpold-Gymnasium erstellt wurde, war er maßgeblicher Mitarbeiter in der Redaktion und redigierte zahlreiche Beiträge. Große Verdienste hat er sich schon ab 1991/92 als Fachbetreuer Ethik und als 2. Fachbetreuer Deutsch erworben. Seit 1994 Oberstudienrat und Einweisung in die Funktion des Mitarbeiters in der Schulleitung. Trotzdem führte er die Fachbetreuung Deutsch bis einschließlich 1995/96 fort.

Als Mitarbeiter unterstützte er den Schulleiter bei der Erledigung der gesamten Korrespondenz und der sonstigen Schreiben der Schule, bei der Betreuung der Schülerdatei, der Organisation aller Schulveranstaltungen und bei diversen Projekten einschließlich der "Tage der offenen Tür". Auch beim Schüleraustausch mit Italien und den USA vertrat er die Schule nach innen und außen. Mit Beginn des Schuljahr 2002/03 avancierte Herr Fuchs zum ständigen Vertreter des Schulleiters. Kurz danach wurde er zum Vorsitzenden der Luitpoldiana-Studiengemeinschaft/ Förderverein des Luitpold-Gymnasiums Wasserburg e. V. gewählt und am 01.12.2002 zum Studiendirektor ernannt.

Herr Fuchs identifizierte sich stets mit seiner Schule und ihren Menschen. Wie kaum ein anderer war er bereit, einen großen Arbeitsumfang und eine große Arbeitsintensität auf sich zu nehmen. Dabei charakterisierte ihn die Fähigkeit, mehrere Tätigkeitsbereiche gleichzeitig auf hohem Niveau zu erledigen. Wenn die Werktage für das reichhaltige Programm nicht mehr ausreichten, hat er in selbstloser Weise die schulische Arbeit auf das Wochenende und die Ferien ausgedehnt. Er konnte sowohl als tatkräftiger Einzelkämpfer als auch als einfühlsamer und verständnisvoller Teamarbeiter zum Ziel gelangen.

Von eleganter und anziehender Wesensart, vielseitig begabt und interessiert, in allen schulischen Bereichen versiert und in der deutschen (und englischen) Sprache mündlich und schriftlich perfekt, gab es keine Situation und keinen Bereich, indem er nicht Ansprechpartner und Helfer in jeder Not sein konnte. Er verstand es ausgezeichnet, mit allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft bestens zusammenzuarbeiten. Insgesamt hat Herr Fuchs in seinem 20-jährigen Wirken am LGW (1985 bis 2005) einen ganz wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass Herr Dr. Helwig seinem Nachfolger ein "großes, attraktives, strukturell und funktionell leistungsfähiges Luitpold-Gymnasium" hinterlassen kann, wie ihm der amtierende MB Dr. Bernd Zinner bei seiner Verabschiedung am 20. Juli 2005 attestierte. Nun ist nur noch zu hoffen, dass Herr Fuchs auch als Schulleiter in Gars dienstliche und menschliche Erfüllung findet. Dies wünschen aus ganzem Herzen das Direktorat und das Kollegium des Luitpold-Gymnasiums, die dem scheidenden Kollegen Gunter Fuchs zu großem Dank verpflichtet sind.

Lieber Gunter, wir sind uns vor 10 Jahren begegnet, haben uns aus den Augen verloren und haben uns wieder getroffen, unter Umständen, die wir wohl alle nicht erwartet haben. Ich weiß, dass der Gedanke, dass Du gehst und ich komme, für viele gewöhnungsbedürftig war. Umso mehr freue ich mich auf gute Gespräche mit Dir und eine gute Zusammenarbeit, die nun allerdings etwas anders aussieht.

Dass workoholics gerade oder trotzdem, wie man will, Ausgleich benötigen, ist bekannt. Dass sie ihn zu selten suchen, auch. Ein Buch, dass Kontemplation ermöglicht, soll dir helfen, die Dinge des Alltags in beruhigerendem Licht zu sehen. In den letzten 7 Jahren, in denen ich die Freude hatte, eine Schule zu leiten, bin ich zu Hause nicht selten gefragt worden. "Was war heute positiv? Erzähl das Positive!" Die Frage allein hilft, die Aufgaben, die wir haben, positiv zu sehen. Das wünsche ich Dir in Gars. Erfolg, Freude, und auch ein bisschen Glück. Ihnen, lieber Herr Pechlaner, danke ich von ganzem Herzen für die sachkundige Unterstützung bei der Vorbereitung dieser Rede. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Luitpold-Gymnasium Wasserburg am Inn