Studientag 11b
Besuch des Inn-Salzach-Klinikums in Wasserburg am Inn
11.3.2008
Am frühen Vormittag traf sich die gesamte Klasse 11b mit der Klassenleiterin Frau Hasse am Haupteingang des Inn-Salzach-Klinikums. Herr Clemens Kraus, der stellvertretende Pflegedirektor empfing uns herzlich und führte uns als erstes in den Konferenzraum der Klinik. Dort erfuhren wir den üblichen Tagesablauf sowie die Gründungsgeschichte des Klinikums. Die Inn-Salzach Klinik wurde im Jahre 1883 als Königlich-Bayerische Kreis-Irrenanstalt gegründet. Während des 2. Weltkrieges wurde sie als Wehrmachtslazarett zweckentfremdet und erst 1953 als Nervenkrankenhaus wieder eröffnet. Derzeit umfasst die Klinik 480 Betten, die höchste Belegung erreichte sie jedoch im Jahre 1972 mit 1286 Patienten. Die Umstrukturierung in Fachbereiche, die auch heute noch aktuell ist, wurde im Jahre 1993 vollzogen. Eine weitere Neueinrichtung ist die 1997 eröffnete Drogenentzugsstation, die nach wie vor ein wesentlicher Bestandteil des Klinikums ist. Die Umbenennung von „Gabersee“ zu „Inn-Salzach Klinikum“ wurde im Jahr 2007 vorgenommen. Nach der Gründungsgeschichte erklärte Herr Kraus uns die medizinischen Bereiche des Klinikums und beantwortete unsere Fragen. Die medizinischen Bereiche werden unterteilt in:
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Allgemeinpsychiatrie (mit den Spezialstationen Psychotherapie, Psychosomatik)
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Mutter-Kind-Einheit
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Gerontopsychiatrie
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Suchtmedizin
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Forensische Psychiatrie
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Psychiatrische Institutsambulanz und Neurologie.
Nachdem unsere Fragen ausführlich und informativ beantwortet wurden, machten wir einen Rundgang durch das weitläufige Pavillongelände der Einrichtung, mit vielen Grünflächen und Denkmal geschützten Gebäuden, ehe wir die Ergo- und Kunsttherapie besuchten. In den Fachräumen, wo die Patienten arbeiten, waren zahlreiche Kunstwerke ausgestellt.
Weitere Informationen zur Kunst- und Ergotherapie sowie zur Musik- und Arbeitstherapie findet man unter www.Inn-Salzach-Klinikum.de . Der Vormittag verging sehr schnell und so gingen wir gegen 13 Uhr in die hauseigene Kantine, wo wir sehr herzlich empfangen wurden und zu Mittag essen konnten. Nach einer einstündigen Pause trafen wir uns alle im Computerraum der Schule wieder, um unsere Informationen, welche wir im Inn-Salzach Klinikum erhalten haben, fest zu halten und verschiedene Artikel zu schreiben.
Letztendlich lässt sich sagen, dass es ein sehr informativer und lehrreicher Tag war, an dem wir viel von den unterschiedlichen medizinischen Bereichen und den Behandlungsmöglichkeiten psychischer Erkrankungen erfuhren.
Tino Putner, Stefan Binsteiner, Florian Pfisterer und Martina Binsteiner
Therapieformen
Während der Führung haben wir fünf verschiedene Arten von Therapien kennen gelernt.
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Psychopharmaka
Die Behandlung mit Psychopharmaka ist eine der Hauptsäulen der modernen psychiatrischen Therapie. Insbesondere werden Medikamente wie Antidepressiva, Antipsychotika und Stimmungsstabilisierer verwendet. Bei vielen psychiatrischen Krankheitsbildern wie z.B. den hirnorganisch bedingten Psychosen, den Schizophrenien und den manisch-depressiven Erkrankungen sind Psychopharmaka unverzichtbar, da nur hierdurch die im Krankheitszustand gestörten Stoffwechselvorgänge des Gehirns wieder normalisiert werden können und gleichzeitig auch ein Schutz vor einer Wiedererkrankung geboten wird.
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Psychotherapie
Die Psychotherapie ist die Behandlung mit seelischen Mitteln (insbesondere therapeutische Gespräche, Entspannungsverfahren, Verhaltenstherapie) basierend auf einer wissenschaftlichen Theorie mit einem Wirksamkeitsnachweis. Im Inn-Salzach-Klinikum werden Einzel- und Gruppentherapien sowie bei Bedarf Partner- und Familiengespräche angeboten. Die Psychotherapie soll dem Patienten unter Einbeziehung des sozialen Umfelds Konfliktverarbeitungsmechanismen und Bewältigungsstrategien vermitteln.
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Soziotherapie
Die Soziotherapie basiert auf der Grundannahme, dass soziale Faktoren, wie zum Beispiel Familie, Freundeskreis, Arbeits- und Lebenswelt, menschliches Verhalten und psychische Erkrankungen bestimmen. Diese Art der Therapie ist am Alltag des Patienten orientiert und berücksichtigt deshalb zum einen die soziale Situation und Umgebung und möchte zum anderen die zwischenmenschlichen Beziehungen im sozialen Umfeld verbessern. Als spezielle Behandlungsansätze kommen die Verfahren der Beschäftigungs- und Arbeitstherapie sowie verschiedene kreative Techniken zum Einsatz.
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Sport-, Bewegungs- und Tanztherapie
Psychiatrische Erkrankungen beeinträchtigen in unterschiedlichster Weise physische, psychische und soziale Funktionen des Menschen. Innerhalb einer mehrdimensionalen Behandlungsstrategie wird versucht mit geeigneten Mitteln des Sports, der Bewegung oder des Tanzes gestörte Fähigkeiten der Patienten positiv zu beeinflussen. Die Sport- bzw. die Tanztherapie vermittelt dem Patienten Zusammenhänge zwischen Denken, Fühlen, Wahrnehmen und Motorik.
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Ergo- und Kreativtherapie
Ergo- und Kreativtherapien sind Teil des komplexen Behandlungssystems im Inn-Salzach-Klinikum. Damit werden vor allem die eigene Aktivität und das bewusste Erleben und Handeln gefördert.
Die Ergotherapie unterstützt Patienten, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Sie werden bei der Durchführung in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt gestärkt. Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen. Um die Feinmotorik zu schulen werden im Inn-Salzach-Klinikum verschiedene Aktivitäten, wie zum Beispiel Nähen, Töpfern, Flechten und Seidenmalerei angeboten. Um den Patienten zu motivieren und ihnen ein Erfolgserlebnis zu ermöglichen, fängt man mit leichten Einstiegsarbeiten an und steigert das Anforderungsniveau mit der Zeit.
Die Arbeitstherapie ist ein Behandlungsfeld der Ergotherapie, bei dem Arbeit unter wirklichkeitsnahen Bedingungen als Mittel der Therapie eingesetzt wird. Der Patient wird stufenweise an die Grundanforderungen des Arbeitslebens herangeführt. Das Klinikum bietet Arbeiten wie zum Beispiel Instandhaltungsarbeiten, Fertigung von Verkaufsgütern oder Ausführung von kundenbezogenen Auftragsarbeiten in der hauseigenen Gärtnerei, Näherei, Schreinerei oder Weberei an.
Die Kunsttherapie als nonverbale Therapieform bietet den Patienten die Möglichkeit, Bedürfnisse, Gefühle, Stimmungen oder z.B. Wünsche bildnerisch auszudrücken. So fördert das Gestalten von Bildern Selbstwert, Selbstakzeptanz, Ausdrucksfähigkeit und Kreativität, stärkt Konfliktfähigkeit und soziale Kompetenz im Gruppenprozess, bietet Entspannung und Ablenkung. Die Kunsttherapie wird vornehmlich als Gruppentherapie angeboten. Es werden Themen gestellt und abschließend erfolgt immer eine Bildbesprechung, die jeweils auf den Zustand des Patienten, seine Reflexionsfähigkeit und das Therapieziel abgestimmt ist.
Die Musiktherapie ist die gezielte Anwendung von Musik oder musikalischen Elementen bei der der Patient selbst mit Instrument oder Stimme beteiligt ist. Eine wesentliche Rolle spielt die Technik der freien Improvisation.
Übrigens: Therapie heißt nicht, einen problemfreien Zustand zu erreichen, sondern zu lernen, mit Schwierigkeiten umzugehen, Probleme zu lösen und dabei die Selbstheilungskräfte zu entdecken und zu nutzen.
Quelle: www.Inn-Salzach-Klinikum.de
Louisa Hösel, Angela Kirchlechner, Sonja Nemecek
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