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Sie befinden sich hier  STARTSEITE ARCHIV 2018-2019 P-Seminar Französisch

P-Seminar Französisch

 

Ein Schuljahr lang hatte das P-Seminar Französisch den Besuch in der marokkanischen Küstenstadt Essaouira vorbereitet. Es sollte der Auftakt zu einem Schüleraustausch sein. Es kam anders.

 

Die ursprünglich als Austausch gedachte Reise wurde weitgehend von uns selbst organisiert und von drei Lehrkräften begleitet. So kümmerten wir uns im Vorfeld beispielsweise um die Ausgestaltung des Programms und um eine passende Unterkunft, das „Dar Liouba“, in dem wir nach unserer späten Ankunft zu Abend essen konnten.

 

Am nächsten Morgen erkundeten wir alle gemeinsam die autofreie Altstadt. Es wurde allen relativ schnell klar, dass Essaouira im Wesentlichen von zwei Dingen lebte: dem Stadt-, Strand-, und Surf-Tourismus sowie der Fischerei. Die vielen eindeutig auf Touristen ausgelegten Verkaufsstände, kleinen Läden und der Fischmarkt ließen jedenfalls keinen anderen Schluss zu. Essaouira entpuppte sich zudem als Stadt der Katzen, die einem dort wirklich an jeder Ecke über den Weg liefen.

 

Des Weiteren hat die Stadt natürlich auch ihr obligatorisches Künstlerviertel, wo man von großen Gemälden über regionale Holzfabrikate vom Thujabaum bis hin zum kunstvoll bemalten Keramik-Eierbecher allerhand erstehen konnte. Der Schulleiter des dortigen Gymnasiums – der Schule, mit der der Schüleraustausch organisiert werden sollte – gewährte uns eine Stadtführung in dieser zum Weltkulturerbe zählenden Medina.

 

Zum Mittag- und Abendessen suchten wir uns Restaurants, in denen man auch landestypisch speisen und trinken konnte. Auf keiner der Speisekarten von den Restaurants, an denen wir vorbeikamen, fehlten Couscous und Tajine (ein maghrebinisches Schmorgericht).

 

An Tag drei in Marokko unternahmen wir per Auto eine Erkundungstour durch die Region mit Ismail, unserem Guide. Auf dieser besichtigten wir zum Beispiel einen Berbermarkt, auf dem die Einheimischen von Vieh über Gewürze und Kleidung bis hin zum Haarschnitt alles Wesentliche erstehen konnten. Neben dem Marktgelände befand sich noch eine kleine Käserei, die Ziegenkäse herstellte, den wir probieren durften. Als nächstes fuhren wir zu einer Saline, die sich im Gegensatz zu Berchtesgaden oberirdisch befand und in der bis zu 50 Familien gemeinsam arbeiteten.

 

Danach fuhren wir noch eine Arganöl-Frauenkooperative besichtigen, wo uns eine der Frauen in einem heiteren Mischmasch aus Englisch, Deutsch und Französisch die einzelnen Produktions- und Verarbeitungsschritte zeigte, bevor wir selbst einige Arganprodukte kauften. Abschließend fuhren wir noch auf einen Minztee, den die Marokkaner auch als „Whiskey Marocaine“ bezeichnen, ins Jimi-Hendrix-Café. Dieses ist natürlich nach der amerikanischen Rock-Ikone benannt, die tatsächlich einige Tage in Essaouira verbrachte.

 

Des Weiteren genossen wir einen Ausritt auf Dromedaren entlang des Atlantikstandes, mit einen wunderbaren Blick auf die Petite ile d’Essaouira. Bei einem Strandbesuch am Nachmittag lernten wir beim Fußballspielen Marokkaner kennen, Abdou und Mahmoud, mit denen wir uns für den nächsten Tag gleich noch einmal verabredeten.

 

Die Reise war höchst interessant und auch anstrengend, so dass wir etwas erschöpft, aber um viele Erfahrungen reicher heimkehrten.

 

 

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Luitpold-Gymnasium Wasserburg am Inn