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2010 La Châtre

Schüler aus Wasserburg zu Besuch in Frankreich

30. April - 7. Mai 2010

Als wir uns zu früher Stunde vor dem Gymnasium trafen, wurde schnell der Bus vollgepackt und schon ging’s los. Der Plan, auf der Fahrt zu erst einmal zu schlafen, wurde von einem Großteil geflissentlich übersehen – die Vorfreude war einfach zu groß. Während der Pausen auf den Rastplätzen zogen wir die verwirrten Blicke der Mütter mit kleinen Kindern auf uns, als wir begeistert jede Hüpfburg stürmten. Im Laufe der Fahrt wurden aber doch die meisten (außer denjenigen, die morgens wohl zu viel Kaffee getrunken hatten) immer träger, doch die Müdigkeit verschwand schlagartig wieder als wir kurz vor unserem Ziel „La Châtre“ (ein Mini-Ort mitten in Frankreich) waren.

Angekommen, fielen erst mal alle in die Arme des lange vermissten Austauschpartners. Die ersten (noch brüchigen) französischen Worte wurden mit den Gasteltern gewechselt, die uns sehr freundlich empfingen. Dann ging’s auch schon „à la maison“. So mancher stellte nach der Hausbesichtigung fest, dass das Auto der Familie zwar die neuesten technischen Normen besaß, das Haus jedoch erschien, als wäre man etwas in der Zeit zurückgeblieben. Überstanden haben die Woche aber trotzdem alle ohne größere Beschwerden.

Am Samstagmorgen war Markt angesagt, auf den ein Großteil der Bayern in Dirndl und Lederhosen und die Franzosen auch in trachtenartigen Kostümen kamen, was uns viele amüsierte und erstaunte Blicke einbrachte. Für die Stadtrallye teilten wir uns zwar in kleinere Grüppchen auf, doch Antworten wurden viel ausgetauscht, weil es in diesem kleinen Ort gar nicht anders ging, als sich durchgehend über den Weg zu laufen. Kaum hatte man die eine Gruppe hinter sich gelassen, traf man auf die nächste. Für den Abend hatten die Franzosen für uns extra einen Raum gemietet, in dem dann eine Party stattfand. Dank Tanzfläche, Licht- und Soundanlage hatte auch jeder seinen Spaß und so wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert und getanzt.

Bei den Ausflügen nach Bourges und Valençay besichtigten wir eine riesige Kathedrale und ein schönes Schloss und natürlich zogen auch die Hüpfburgen und das Labyrinth im Schlossgarten unsere Aufmerksamkeit auf sich. Also kämpften sich alle deutschen Schüler durch das Labyrinth und zuckten mehr oder weniger zusammen, wenn es plötzlich neben ihnen zischte und Nebel aufstieg oder andere Schreckeffekte auftauchten.

Wie es sich für einen Austausch gehörte, mussten wir natürlich auch ein paar Unterrichtsstunden besuchen, die jedoch sehr verschieden ausfielen. In so mancher wunderte man sich über das überraschend schlechte Durchsetzungsvermögen der „professeurs“, in anderen dann über Lehrermonologe, bei denen man aufpassen musste, nicht einzuschlafen. Am besten gefiel es uns in Deutsch (wer hätt’s gedacht), wo wir sogar richtig integriert wurden und – im Gegensatz zu den Franzosen – mal wieder richtig viel verstanden.

Doch auch diese Woche verging leider schneller als sich die meisten wünschten, was jedoch unseren Deutschkenntnissen vermutlich ganz gut tat. Denn in dieser Woche wurde zwar unser Französisch immer besser, die deutschen Grammatikregeln aber verloren immer mehr an Bedeutung. Beim Abschied floss so manche Träne, die jedoch verständlich war bei dem Gedanken, wie gut sich alle verstanden hatten.

Auf dem Rückweg waren alle dann doch geschafft von der Woche und man sah immer jemanden schlafen. Trotzdem waren schlussendlich doch alle fit genug, um „Ein Hoch auf unsern Busfahrer“ oder andere allseits bekannte Lieder zu singen, wenn’s gerade passte. An dieser Stelle richten wir noch ein großes „Merci“ an Frau Fischer und Frau Müller, die uns in diesen zwei Wochen begleitet haben. Es war eine wundervolle und unvergessliche Zeit!

Anna Linner und Pia Wilczek (10d)