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2005 Vincennes

Schüler aus Wasserburg in den USA

7. - 25. März 2005

Unser Schüleraustausch mit Vincennes, Indiana vom 7.3. bis 25.3.2005 ist wieder sehr erfolgreich verlaufen. Weder bei Hin- und Rückreise noch während des Aufenthalts selbst gab es irgendwelche Probleme, im Gegenteil: Die 15 Teilnehmer aus den verschiedenen 11. Klassen haben von den vielen neuen Erfahrungen enorm profitiert, sowohl was die Verbesserung ihrer Englischkenntnisse vor Ort als auch die äußerst interessanten Einblicke in den Alltag einer amerikanischen Familie oder ins amerikanische Schulleben betrifft. Vincennes ist in dieser Hinsicht ideal: Es handelt sich um eine typische amerikanische "Midwest"-Kleinstadt (ca. 19.000 Einwohner), wo man weder von spektakulären landschaftlichen Sehenswürdigkeiten noch von den Attraktionen, aber auch Problemen einer Großstadt abgelenkt wird.

Vincennes Lincoln High School

Jeder Schüler wohnte in einer eigenen Gastfamilie am Ort, fast alle hatten dadurch auch Partner im entsprechenden Alter. Die Familien nahmen uns wie immer sehr herzlich auf und integrierten ihre "deutschen Kinder" auf Zeit richtig in das Familienleben. Vieles ist ähnlich wie bei uns, manches entspricht den eigenen Erwartungen und Vorkenntnissen, aber am interessantesten sind natürlich oft die Unterschiede. Am Morgen fährt man mit den typischen gelben Bussen in die Schule – oder mit dem Auto, das der 16- bis 17-jährige Partner natürlich schon fahren darf.

Einiges am Schultag ist gewöhnungsbedürftig, z. B. dass man von 8 Uhr bis um 15.10 Uhr jeden Tag den gleichen Stundenplan hat, dass "Marchingband", "Yearbook" oder Autoreparieren eigene Unterrichtsfächer sind, dass man im Fremdsprachenunterricht nicht immer Fremdsprachen braucht oder dass die Schülerzeitung jede Woche erscheint und mit der Lokalzeitung ausgeliefert wird. Das Mittagessen wird in zwei Schichten in der Cafeteria ausgegeben. In der ersten Woche unseres Aufenthalts wurden dort einige gesundheitsbewusstere Gerichte angeboten, und es gab keine (!!!) Pommes frites, was einigen amerikanischen Schülern doch zu schaffen machte.

Zwei Wochen lang waren 12 von unseren Schülern an der Lincoln High School und 3 an der South Knox High School. Sie besuchten meist die Unterrichtsstunden ihrer Austauschpartner, waren aber auch immer wieder in anderen Stunden, und einen Tag tauschten sie die Schulen, so dass sie einen guten Einblick in das amerikanische Schulleben bekamen. Außerdem stand wie immer eine Besichtigung des örtlichen Colleges (Vincennes University) auf dem Programm und einmal gingen die Schüler in Kleingruppen an verschiedene Grundschulen in Vincennes und gestalteten dort einige Stunden bzw. ließen sich über Deutschland, Bayern, Wasserburg ausfragen.

 

 

Die Erkenntnisse über Unterschiede und Gemeinsamkeiten des deutschen und amerikanischen Schulsystems sowie über neuere Entwicklungen waren sehr aufschlussreich (ein kleines Detail: Von mehreren amerikanischen Kollegen, die ich befragte, konnte sich nur einer vage erinnern, den Begriff PISA schon einmal gehört zu haben). Die Wochenenden wurden von den meisten Gasteltern für kleinere und größere Ausflüge genutzt. Natürlich wurden unsere Mädchen und Jungen auch in Familienfeste und Partys einbezogen und gingen ins Kino, zu Basketballspielen, zum Bowling, in eine der zahlreichen Kirchen (niemand hat uns bis jetzt genau sagen können, wie viele verschiedene es in Vincennes gibt: Lutheran, Catholic, First Presbyterian, Methodist und viele andere) und – ganz wichtig – Shopping.

 

Das Interesse an uns ist immer ziemlich groß. Katrin Schönberger meinte: „Wir wurden mit Fragen bombardiert und haben, so gut es ging, versucht alle zu beantworten. Dies fiel einigen in der Elementary School allerdings etwas schwer, zumindest mussten einige Lacher unterdrückt werden. Doch nach längeren Erklärungen haben es auch die Kleinen verstanden, dass wir in Deutschland zivilisiert mit Autos, Straßen, Banken und Computer leben und nicht, wie vereinzelt angenommen, noch in Höhlen ohne Elektrizität.

Ausflug nach Washington D.C.

    

Frühmorgens am 22. März hieß es dann - mehrere etwas blass und mit nassen Augen - Abschied nehmen von Vincennes und den Gastfamilien, aber wir hatten als Trost noch Washington vor uns. In den nächsten Tagen erkundeten wir die amerikanische Hauptstadt, wovon uns auch der strömende Regen am zweiten Tag nicht abhalten konnte, denn außer den bekannten Sehenswürdigkeiten gibt es eine Menge interessante Museen (alle kostenlos!) und zum Aufwärmen und Trocknen ein Starbucks-Café an jeder zweiten Ecke.

Matthias Haus

Luitpold-Gymnasium Wasserburg am Inn