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2007 Vincennes

Schüler aus Wasserburg in den USA

20. März - 4. April 2007

Ausgewählte Auszüge aus dem einmalig aufgeführten Drama „How to play Whiffle Ball“ oder „Gosh, we’re in AMERICA!”
Regie: Haus/Dötzer

Ankunft. 15 Schüler des LGW und ihre Lehrer Frau Dötzer und Herr Haus steigen aus zwei weißen Bussen. Es ist circa acht Uhr Ortszeit. Die Gastfamilien und Austauschpartner warten bereits mit Stadtplänen (die in Vincennes nicht unbedingt notwendig sind) und Popcorn auf die Germans.

EINIGE AMERIKANISCHE SCHÜLER UND IHRE ELTERN: We’re so glad you’re here. Yes, the popcorn is for you! Don’t you have some popcorn yet? Oh, here we go. Are you tired? Oh, we’re really, really happy to meet you!
EIN PAAR DEUTSCHE murmelnd, gähnend, aber immer noch charming natürlich: Oh thank you. Nice to meet you, too!

Die Deutschen verteilen sich auf die Gastfamilien. Vom weiteren Verlauf des Abends bei den einzelnen Gastfamilien wird nicht berichtet. Am nächsten Morgen treffen sich die meisten Wasserburger an der Lincoln High School. Nur ein paar bleiben zu Hause bei ihren Austauschpartnern, weil diese auf die South Knox High School gehen und in der ersten Woche des Aufenthalts Spring Break haben. Die Schule begrüßt die Deutschen auf der Leuchttafel mit den Worten „Willkommen Wasserburgers“. Man trifft den einen oder anderen auf den Gängen oder auch im Unterricht. In einem Klassenzimmer.

SARAH: Und wie ist deine Familie so?
DANIEL: Total nett! Oiso meine Mami ist so liab und da Zach is saucool. Bei dir?
SARAH: Meine sind auch endsnett. Und bei dir?
TIA: Bei mir auch…

So geht das eine ganze Weile. Man macht eine Führung durch die Schule, ein Gruppenfoto mit allen Austauschpartnern wird geschossen. Madame Query, gerne auch nur „Madame!“ gerufen, Französischlehrerin und eine der Organisatoren des Austausches, verliert bei den etwa siebzehn Kameras, mit denen sie das Foto machen soll leicht die Übersicht.

MADAME: Oh, whose camera is this? Do you want a picture, too? Oh no, wait, I have to take another picture. How do you switch that thing on?
DIREKTOR DER HIGH SCHOOL: Everybody got a picture? Now, let’s go back to the classes.
SCHÜLER: Oh noooo! In den Klassen und beim Mittagessen werden die German students mit mehr interessierten Fragen bombardiert, als sie zuvor gedacht haben. Die Fragen bleiben über die Woche verteilt meistens die gleichen.
AMERIKANER: What’s your favorite food? What is the drinking limit in Germany? What is the speed limit in Germany? Do you have electricity in Germany? Do you have Play Station? What is the biggest difference between Germany and the USA?

Während auf die ersten Fragen durchaus noch klare Antworten gegeben werden konnten, ist die letzte schon schwieriger zu beantworten.

DANIEL: There is no difference, I think.
FRANZ: Of course there are differences. Bayern is vui bessa!
SARAH: I glaab the people are more friendly here.

Der freie Nachmittag, der auf den langen Schultag folgt ist äußerst kurz. Danach geht es zum Welcome Dinner. Am nächsten Tag folgt auch schon das nächste Dinner: Foreign Language Dinner mit anschließender Talent Show, bei dem einige Wasserburger Schüler Schuablattler aufführen und später an beiden Schulen versuchen den Amerikanern diesen Tanz näher zu bringen.

Schüler laufen in T-Shirts ihrer Fremdsprachenklassen herum. Amerikaner lieben Motto-T-Shirts.

SARAH eines der T-Shirts betrachtend: Was soll denn das heißen? "Frau, Wir haben eine Partei." Ich frag mal…
SCHÜLER: We translated „Woman, we’re having a party“ into German. You are the one from Germany. You should know that.
SARAH: Äh… But “Partei” is the word for a political party.
SCHÜLER: Oh, f...

EINE AMERIKANERIN: Where’s Daniel? Oh, I love his curls!
ANNA: Did you know he has a twin?
AMERIKANERIN: No! Oh my gosh, I love twins! Has he got curls like that, too?
ANNA nickt.
AMERIKANERIN: Oh my gosh!!!!

Man stürzt sich auf das Essen. Einige sind begeistert (vornehmlich die Amerikaner), andere wiederum nicht (eher die Deutschen). Es gibt Brownies, so zuckrig und schokoladig, dass sie schon ganz hart und schwarz sind. Die Wasserburger wissen nicht, dass sie diese Brownies nicht das letzte Mal gegessen haben. Es folgt die Talent Show.

Montag. Wasserburgers werden Ehrenbürger. Sind alle sehr geehrt.
Dienstag. Vincennes University Besichtigung.
Mittwoch. „Historische“ Stadtführung durch Vincennes.

Der letzte Samstag in Vincennes, nachdem der Freitag in Indianapolis verbracht worden war. Man trifft sich mit Austauschpartnern und Lehrern auf dem Sportplatz einer Grundschule um Whiffle Ball zu spielen.

MADAME QUERY: Oh the rules are quite easy. Now listen. We’ve got two teams. One member of the first group throws the ball and runs as far as he can get as long as the second team has not caught the ball yet and brought it to…
DOMINIK: Is ja wie Brennball.
MADAME: But if… (es folgen unverständliche Erklärungen)

Damit beginnt das Problem. Wie aber? Deutsche sind verwirrt und verstehen nicht worauf die nun folgenden, konfusen Regeln hinauslaufen. Herr Haus erklärt noch einmal. Auf Englisch.

HERR HAUS: Well, it’s really not that hard. If you… Und erneut ratlose Blicke.
HERR HAUS: Na gut, machen wir’s auf deutsch. Wenn ihr…
FRAU DÖTZER: Das versteh ich jetzt aber auch nicht so ganz.

Obwohl die Details dieses Spiels noch nicht klar sind, versucht man es. Das Vorhaben scheitert nach fünf Minuten.

MADAME: Ok. Let’s explain it again. You have to …

Nicken, als ob man endlich verstanden hätte. Erneuter Spielbeginn. Gezählt wird nicht, es gibt am Ende auch keinen Sieger. Wäre ja auch unfair. Die Hälfte kann die Regeln nicht.

Montag Morgen. Tränen, Umarmungen, Abschied. Atlanta. Nach zweistündigm Flug, einer ungemütlichen MARTA-Fahrt (vergleichbar mit S-Bahn) und einem Marsch von angeblich fünf Minuten (welche Lüge!), kommt die Gruppe am Youth Hostel an. Zimmeraufteilung, erste Erkundung Atlantas in kleinen Gruppen, die verzweifelte Suche nach Eis und geöffnetem Supermarkt.

Später kleine Party auf dem Balkon, wird durch den Anruf eines Nachbarn bei der Polizei nach drinnen verlagert. Am nächsten Tag Sight-Seeing. Am Grab von Martin Luther King und seiner Frau, das von poolähnlicher Anlage umgeben ist.

LISSI: Oh, ein Brunnen.
JOSEFA: Wie warm ist denn das Wasser? Finger werden ins Wasser gestreckt.
HERR HAUS: Da vorne liegt einer der bedeutendsten Menschen der Weltgeschichte und ihr interessiert euch dafür wie warm das Wasser ist?

Erst jetzt bemerkt man die Grabstelle.

LISSI: Oh.

Es folgt ein Besuch des Coca Cola Museums. Nach Kostproben verschiedener Getränke der Coca Cola Company (und demzufolge reichlich grünen Gesichtern) ist der Rest des Tages frei, was viele zum Shoppen nutzten (nicht unbedingt das einzige Mal während des Austausches). Am Abend im Hostel (dem letzten Abend in den USA) werden Haare geglättet. Daniel’s oh so cute curls…

Anna Wambach (11a)


Luitpold-Gymnasium Wasserburg am Inn