Druckansicht
Startseite
Sitemap
Impressum
Zurück zur Startseite
blank
Sie befinden sich hier  STARTSEITE SCHULTHEATER 2004 Nichts als normal

2004 Nichts als normal

Theatergruppe der Unter- und Mittelstufe

7. / 9. / 10. Juli 2004

 

Leitung: Mike Bebos

 

 

 

Neben eigenen Spielideen, die mit Hilfe der Spielerinnen und Spieler erprobt und variiert wurden, werden Szenenvorlagen von Loriot, Eugène Ionesco, Wolfgang Borchert und Texte von Erich Fried, Ernst Jandl und Peter Handke verwendet. Das Spiel mit Gegenständen, Bewegungen und auch der Sprache, die allesamt der alltäglichsten Normalität angehören, ist Motto des Stücks - freilich eröffnet gerade die Kombination von Alltagsdingen Freiraum für Überraschungen, Spielfreude oder eben Kopfschütteln. Ein normales Spiel also?

 

Beispiel einer szenischen Interpretation eines kurzen Prosatextes

 

Ursprüngliche Fassung des Regietextes:

 

Langsamer Rhythmus, seltsame Klänge im Hintergrund. Der Mann im weißen Kittel betritt sein Arbeitszimmer. Ein sorgfältig aufgeräumter Schreibtisch, Blumentöpfe mit Pflanzen darin, nur eine ist verwelkt, eine Gießkanne, Blumendünger. Der Mann setzt sich an den Schreibtisch und schreibt Zahlen auf ein Blatt Papier. Die übrigen Spieler ahmen dies in der Luft nach, so dass es erkennbar wird. Der Mann unterbricht seine Arbeit, er betrachtet die Blumen, geht zu ihnen, pflegt sie, hat seine Freude mit ihnen. Er gießt die Pflanzen, streift jedes Staubkörnchen von ihren Blättern. Er steht vor der welken Pflanze und wird sehr traurig, er umarmt den Blumentopf und weint. Schluchzend sitzt er am Boden und schaut vor sich hin. Ein Bild wird eingeblendet - irgendeine Art von Waffe oder eine Explosion (vielleicht ein Atompilz). Der Mann setzt sich wieder an seinen Schreibtisch und schreibt Zahlen. Die übrigen Spieler schreiben wieder mit.

 

Vier Spieler und der Erzähler lösen sich nun aus der Gruppe der Spielenden, treten hervor. Sie ziehen dem Mann den weißen Kittel aus, dieser schreibt ununterbrochen weiter. Der Kittel wird auf einen Ständer vorne auf der Bühne gehängt. Es erfolgt eine Komponentenanalyse: Die einzelnen Spieler verkörpern verschiedene Persönlichkeitsmerkmale des Mannes und treten mit dem entsprechenden Ausdruck zum weißen Kittel. Der Erzähler steht etwas abseits und greift korrigierend in die Körperformung ein.

 

Spieler 1: Ich bin sein Forscherdrang.
Spieler 2: Ich bin seine Eitelkeit.
Spieler 3: Ich bin seine Liebe zu Pflanzen.
Spieler 4: Ich bin seine Gleichgültigkeit.
Der Erzähler verliest nun den Borcherttext. Währenddessen Freeze.

 

 

Nach dem Verlesen des Textes lösen sich die Spieler aus dem Standbild, nehmen langsam den weißen Kittel und ziehen ihn dem Mann wieder an, der unaufhörlich Zahlen schreibt. Die Spieler und der Erzähler weichen wieder in den Hintergrund zurück und schreiben wie die übrigen Spieler nun auch Zahlen in der Luft mit. Musik. Der Mann im weißen Kittel schreibt Zahlen. Im Hintergrund schreiben alle Zahlen. Im Vordergrund geht langsam eine Sonne über die Bühne.

























































Luitpold-Gymnasium Wasserburg am Inn