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2005 Manager meets Mistgabel

Schülergruppe des Luitpoldgymnasiums

15. und 16. Juli 2005

 

Ein Highlight der besonderen Art fand - leider viel zu wenig beachtet - kurz vor Schuljahresende 2005 - "in Zeiten großer Veränderungen" - am Luitpold-Gymnasium Wasserburg statt. In völliger Eigeninitiative und ohne jede Inanspruchnahme von Hilfestellungen durch Lehrer (z.B. für Regie, Kostüm, Bühnenbild, Beleuchtung, etc.) arbeiteten Schülerinnen und Schüler der 5. bis 10. Klasse zielstrebig an einem Theaterstück bis zu dessen Aufführungsreife.

 

Unter der Regie von Svenja Niebe (10d) spielten Tobias Riedinger (10c), Sheila Maier (10d), Melina General (5b), Thomas Lipsky (5b), Jane Albrecht (10d), Robin Pfau (5b), Max Baier (5b), Maria Egger (8d), Andreas Pauly (10c), Markus Grandl (10d) , in einem "bajuwarischen Drama" mit Happyend, das Jane Albrecht (10d), die als fintenreiche "Oma Annemarie Obermooser" energisch und hinreißend mitspielte, selbst geschrieben hatte. Martin Lechner (10d) und Markus Grandl (10d) kümmerten sich "professionell" um Licht und Ton.

 

Zur Story: Auf der Suche nach Erholung von seinem Manageralltag in Köln gerät der "Saupreiss" Georg Neumeier (alias Tobias Riedinger) unversehens in die finanzielle Problematik auf dem Armeleutehof der Familie Obermooser in Bayern, die "Urlaub auf dem Bauernhof" anbietet, um ihr kärgliches Einkommen aus der Milchviehwirtschaft zu verbessern. Seine anfängliche Empörung über "touristische Missstände" weicht bald dem Mitgefühl für das Elend der armen Kinder Sophie und Seppi (Melina General und Thomas Lipsky), die wegen ihrer Kleidung und ihres Schulranzens von Mitschülern verspottet werden und weiterführende Schulen wohl nie besuchen werden können. Auch die resolute Art der alleinerziehenden Mutter Karin Obermooser (Sheila Maier) und deren weibliche Reize tragen zur Katharsis des "Managers aus Hochdeutschland" bei, wie er von Sophie Obermooser in deren stets präsentem Tagebuch tituliert wird.

 

Nach mancherlei Überredungen durch die listige Oma Obermooser (Jane Albrecht) willigt er sogar in ein Komplott ein, mit dem einer reichen Erbtante das dringend benötigte "Diridari" (bayerisch für Geld) zu Erhaltung des Hofs entzogen werden soll. Dazu muss er allerdings zum Bauern und Bayern mutieren und pro forma Karin Obermooser ehelichen. Die Verwandlung des Städters aus den Welten jenseits des Weißwurstäquators zum oberbayerischen "Freier" ist ungewohnt und oft auch schmerzhaft (Stichwort: Mistgabel). Während aus der ursprünglich vorgetäuschten Liebe zu Karin langsam Ernst wird erkennt der Zuschauer, dass Oma Obermooser Pläne schmiedet, die noch keiner der Mitspieler durchschaut. Es ist hoch bedauerlich, dass Jane und Svenja wohl zu schüchtern und unerfahren waren, um werbewirksam auf das Stück hinzuweisen und zu dessen Besuch aufzufordern (dies machte allerdings für alle Besucher das "event" auch persönlich und sympathisch).

 

Das Stück hätte ein größeres Publikum verdient! An Stelle der ca. 5 Lehrer und etwa 80 Eltern, die über 2 Tage verteilt dem Schauspiel beiwohnten, wäre ein großes Publikum erwünschenswert gewesen, um diesem außergewöhnlichen Novum Respekt zu zollen; dem Novum, dass Schülerinnen den Mut und das Durchhaltevermögen besitzen, ohne jede Hilfe ein literarisches Produkt zu erfinden, zu erproben und zu verwirklichen und dabei das Geschick beweisen, alle Rollen perfekt zu besetzen. Ein Lob gebührt allen Schauspielern, auch wenn deren Spiel nicht näher beschrieben wird!



















































Luitpold-Gymnasium Wasserburg am Inn