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Auf der Jagd nach Jack the Ripper

Wer ist „Jack the Ripper“? Mit einem interaktiven Theaterstück lädt die Theatergruppe Mittelstufe Plus des Luitpold-Gymnasiums zur Überführung des berühmten Frauenmörders ein.

 

Es ist dunkel, kalt und sehr neblig an diesem Freitagabend. Immer mehr Besucher finden sich vor der Ovenbeckvilla ein. Manche tragen gleich zwei Winterjacken übereinander – genau die richtige Ausstattung, wie der Verlauf des Abends zeigen wird. Auch eine Taschenlampe wird von Vorteil sein.

 

Was als interaktives Theaterstück angekündigt war, erweist sich als witziges Detektivspiel, das über das gesamte Schulgelände des Luit pold-Gymnasiums Wasserburg führt und die Zuschauerrolle erweitert: Alle sind gefordert, sich selbst einzubringen. Als aufmerksamen Beobachter, dem kein Detail entgeht. Oder aktiv als Geschworener, Sargträger oder Assistent der Autopsie. Denn am Ende gilt es, die Frage zu beantworten: „Wer ist Jack the Ripper“?

 

Die „blutige Spur“ nimmt ihren Anfang am „Buck‘s Run“ (neben dem Mensaeingang) im viktorianischen London des Jahres 1888, wo die blutjunge Prostituierte Marie Ann Nichols (Tamea Vandrey) ermordet aufgefunden wird. Die hier gefundenen Beweise sollen später zur Überführung des Täters dienen.

 

Schon früh machen sich verschiedene Personen verdächtig: Ist es die Soldatin der Heilsarmee, auch „die Verrückte“ (Eva-Maria Friese) genannt, die den „Sündern dieser Welt“ einen frühen Untergang prophezeit? Oder der allzu eifrige Zeitungsjunge Dave Thompson (Luca Schröter), dem schon bald ein Bekennerschreiben von „Jack the Ripper“ zugespielt wird? Eine Autopsie in der Leichenhalle, Old Montague Street (vor dem Gartenhaus) soll mehr Klarheit in den Fall bringen.

 

Doch den Gerichtsmediziner (Melina Vandrey) scheint die Todesursache auf unheimliche Art zu erheitern. Und warum kennt sich eine gewisse Elisabeth Midford (Anna Friese) so gut am Tatort aus? Auch bei der Bestattung am Little-Ilford- Friedhof (in der Sandgrube) gibt es merkwürdige Zwischenfälle zu schauriger Geigenmusik (Emely Haberzettl). So tappen die Besucher im wahrsten Sinne des Wortes eine Stunde im Nebel, um den Fall abschließend im warmen Pub (Mensa) gemeinsam zu lösen.

 

Offene Identität ließ kreativen Spielraum
Bis heute ist der berühmte Frauenmörder, der im London des späten 19. Jahrhunderts sein Unwesen trieb, nicht identifiziert. Diese Offenheit nutzte Doris Hasse (Text, Regie, Leitung), auf Basis der Ripper-Forschung dieses interaktives Theaterstück zu verfassen, das sich an die aktuellen räumlichen Gegebenheiten des Wasserburger Gymnasiums anpassen ließ und zugleich den jungen Mitgliedern der Theatergruppe Spielraum gab, einige Figuren selbst zu erschaffen.

 

Großartig eingefangen wurden die von Armut und Not geprägte Atmosphäre jener Zeit allein durch die natürliche Kulisse des Wasserburger Nebels. Den größten Spaß aber macht es, allein oder gemeinsam, Verdächtige zu benennen, die Motive zu diskutieren und Details zusammenzutragen. Sehr vergnüglich. Und heute, Montag, um 18 Uhr an der Ovenbeckvilla noch einmal zu erleben.

 

von Regina Falk













Luitpold-Gymnasium Wasserburg am Inn