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6. Leseförderung

mehr Lesen – mehr Verstehen 

 

 

Entwicklung des Leseverhaltens

Das ISB hat bereits 2007 Vorschläge zur Leseförderung erarbeitet. Die Notwendigkeit dazu ergibt sich aus empirischen Studien zum Leseverhalten, die zum Teil alarmierende Befunde erbrachten: Laut einer Umfrage unter 10- bis 15-Jährigen lesen in dieser Altersgruppe nur noch 14% regelmäßig (dabei Mädchen noch doppelt so oft wie ihre männlichen Altersgenossen). Von den befragten 15-Jährigen geben 42% an, nie freiwillig aus eigenem Antrieb zu lesen; der Bubenanteil ist dabei wieder deutlich höher: 66%. Im Vergleich zu diesen Zahlen, die einen Querschnitt aller Bildungsschichten darstellen, ist die Situation an unserer Schule sicher nicht so dramatisch, doch auch bei uns lässt sich feststellen, dass der Anteil der Schüler, die zu Hause nie oder kaum lesen, ansteigt.  

 

Bedeutung des Lesens

Diese Entwicklung ist deshalb so bedenklich, weil Lesen die wichtigste Schlüsselkompetenz überhaupt ist. Lesen ist der Weg zum Wissen. Die Fähigkeit, Texte zu verstehen und ihnen Informationen zu entnehmen, ist nicht nur für den Deutschunterricht, sondern für nahezu alle Fächer von zentraler Bedeutung. Auch für das Leben außerhalb der Schule gilt: Lesen ist der Schlüssel zu Wissen und Bildung. Mit Bildung ist damit nicht nur die Aneignung nützlicher Informationen und kognitiver Fähigkeiten gemeint. Lesen ist auch für die soziale und moralische Entwicklung enorm wichtig. Wer sich in ein Buch vertieft, der taucht in fremde Welten ein und befasst sich mit Lebenswirklichkeiten und Figuren, die ihm ansonsten ganz unbekannt geblieben wären. Solche Leseerfahrungen fördern Offenheit und Empathiefähigkeit.

 

Konzept zur Leseförderung

Das Fach Deutsch spielt bei der Leseförderung eine zentrale Rolle, kann diese Aufgabe aber nicht alleine leisten. Im Deutschunterricht steht oft die intensive, mikroskopische Textarbeit im Vordergrund. Darüber hinaus gilt es aber auch, das extensive Lesen zu fördern, Lesen zu einer festen Gewohnheit der Kinder zu machen.

 

Daher sollen den Schülerinnen und Schülern Leseanregungen gegeben werden, die das übliche Programm des Deutschunterrichts überschreiten und auf viele unterschiedliche Unterrichtsfächer Bezug nehmen. Die Kinder sollen ihren Interessen folgen und können auch Sachbücher auswählen – eine gute Möglichkeit, verstärkt Jungen zum Lesen zu motivieren. Die Bücher werden dann nicht intensiv im Unterricht besprochen, sondern es sollen freie, informelle Formen des Austauschs über das Gelesene stattfinden – etwa das Führen von Lesemappen, das Bilden von Lesetandems oder das Gestalten von Schaukästen zu einem Lieblingsbuch.

 

Wichtig für die Leseförderung ist auch die Kooperation mit externen Partnern. An erster Stelle ist hier die Bibliothek Wasserburg  zu nennen. Schulklassen besuchen immer wieder gerne die Bücherei, wo schön eingerichtete Leseecken zum Schmökern einladen. Die Schüler können sich nach eigenem Geschmack und Interesse auch Bücherkisten zusammenstellen, die dann im Klassenzimmer zur Verfügung stehen. Der wichtigste externe Partner bei der Leseförderung ist aber das Elternhaus. Eine Familie, in der Bücher vorhanden sind und die regelmäßig die Bibliothek oder Buchhandlungen besucht, wird auch Kinder hervorbringen, die viel und gerne lesen und die fit für die Schule und das Leben sind.  

 

Matthias Haus

Luitpold-Gymnasium Wasserburg am Inn