Geschichte des LGW
Die Königliche Realschule Wasserburg am Inn
Vorgänger der Luitpold-Realschule (1878-1914)
Die Königliche Realschule Wasserburg am Inn ist hervorgegangen aus der seit 1871 bestehenden gewerblichen Tagesfortbildungsschule.
1877 Umwandlung der Gewerbschulen in sechsklassige Realschulen. In Wasserburg wurde aus wirtschaftlichen Gründen eine vierstufige Realschule eingerichtet.
1878 Am 6. Dezember Genehmigung zur Errichtung einer vierstufigen Realschule durch den oberbayerischen Landrat.
1879
Allerhöchste Entschließung König Ludwigs II. für die Errichtung der Realschule in Wasserburg am 3. August 1879. Die Einrichtung der Realschule brachte einen hohen Aufwand mit sich, da die Stadt verpflichtet wurde, die Kosten für
• Sachbedarf
• einen etwaigen Neubau
• den baulichen Unterhalt
• die Bereitstellung von Dienstwohnungen für den Rektor und den Pedell (Hausmeister)
• die Versicherung und Steuerlasten des Gebäudes
• Beheizungs-, Beleuchtungs- und Reinigungskosten
zu übernehmen. Daher wurde vom Staatsministerium des Innern die Erhöhung des "Lokal-Malzaufschlages" (städtische Biersteuer) von 1,00 DM auf 1,40 DM pro Hektoliter genehmigt. Zusätzlich erhielt die Stadt ein Fundationskapital von 20.000 DM aus dem Allgemeinen Industrie- und Unterstützungsfonds. Als Schulräumlichkeiten wurden schließlich zwei Zimmer im hinteren Teil des Rathauses ausgewählt.
1879/80
Nach einer Einweihungsfeier wurde die Realschule mit vorerst zwei Klassen (ein Jahrgang mit 32 Schüler, der andere mit 9 Schüler) ins Leben gerufen. Anfangs eine schwierige Situation:
• Die Schule fand keinen positiven Anklang in der Bevölkerung
• Aufhebung des Bezirksgerichts aus organisatorischen Gründen war notwendig geworden
• Dadurch wurden die bisher geringen Gemeindeumlagen erheblich gesteigert
• Die Bevölkerung befand sich daher in großer Erregung
Durch Stadtpfarrer Josef Lechner, welcher alljährlich eine größeren Betrag für die Schule stiftete, hielt die Schule fortlaufend bestand.
1881/82 Einrichtung der vierten Klasse
1883 Krise der Schule: Gerade nach dem Ausbau der Schule ging die Schülerzahl rapide zurück. Durch Rektor Knörzer konnte die Schule allerdings gehalten und weiterhin fortgeführt werden. Glücklicherweise stieg die Schülerzahl im darauffolgenden Schuljahr wieder an.
1895/96 Verwirklichung der fünfstufigen Realschule durch das neu erbaute Schülerheim St. Achatz. Der Realschule gehörten nun 87 Schüler an, wovon 24 auf das Schülerheim fielen.
1896/97 Der Umbau des hinteren Teiles des Rathauses wurde fertiggestellt. Die notwendigen Räumlichkeiten für eine sechsstufige Realschule konnten zur Verfügung gestellt werden. Eine 6. Klasse trat schließlich das erste Mal in Erscheinung. Von nun an gehörte die Realschule Wasserburg zu den regulären sechsstufigen Realschulen in Bayern. Die Schüleranzahl fiel nie mehr unter 100.
1906/07 Angliederung zweier Lateinklassen, eine weitere folgte 1907/08. Im gleichen Schuljahr erfolgte durch eine Kgl. Allerhöchste Verordnung die Errichtung von neunklassigen Oberrealschulen in Bayern mit Rechtswirksamkeit vom 1. September 1907. Die sog. Oberrealschule wurde gewissermaßen als neuer Gewinnspieler zum klassischen humanistischen Gymnasium mit grundständigem Latein- und verpflichtendem Griechisch-Unterricht eingeführt, in Wasserburg allerdings erst 1946.
1909 Direktor Knörzer stellte einen Bedarfs- und Raumplan für 115 bis 120 Schüler auf. Die Raumsituation verschlechterte sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts sehr.
1910 Eine Regierungskommission reiste nach Wasserburg, erklärte einen Neubau für wünschenswert und besichtigte den Bauplatz im Bereich des Schülerheims.
1911 Ein Gewinnspiel fand für den Neubau eines Hauptgebäudes und einer Turnhalle mit Nebengebäude statt. Es wurden 78 Entwürfe eingereicht. Den ersten Preis erhielt Johann Mund aus München. Im Oktober konnte bereits das Richtfest für den Schulbau gefeiert werden.
1914 Die schulische Anstalt wurde zwar durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges in Mitleidenschaft gezogen, einige Lehrer wurden eingezogen, Notreifeprüfungen, Hilfsdienstleistungen störten den Unterrichtsbetrieb, der inzwischen notwendig gewordene Neubau konnte jedoch bezogen werden. Am 21.08.1914 wurde dem Antrag der Stadt entsprochen und der Schule offiziell der Name LUITPOLD-REALSCHULE zuerkannt. Am 1.10.1914 erfolgte die Einweihung des neuen Schulgebäudes. Die Namensgebung fand also erst nach dem Tod des Prinzregenten Luitpold von Bayern statt, der am 12.12.1912 in München im Alter von 92 Jahren in München verstorben war. Luitpold war der dritte Sohn König Ludwigs I. von Bayern und wurde am 10.06.1886 Regent für seinen geisteskranken Neffen König Ludwig II. und dessen Nachfolger König Otto von Bayern, dem jüngeren Bruder Ludwigs II. Auf die Regentschaft Luitpolds folgte dessen Sohn als Regent, der als König Ludwig III. erst im November 1913 proklamiert wurde.
Quelle:
Stadtarchiv: Die Luitpoldrealschule Wasserburg am Inn - Jahresbericht 1978/79: 100 Jahre Gymnasium Wbg.
Zusammenstellung:
Michael Maurer (LK G/Sk 2003/2005)
Überarbeitung:
Herr Kemme (Kursleiter LK G/Sk 2003/2005)
Biologie
Chemie
Deutsch
Englisch
Ethik
Französisch
Geographie
Geschichte
Informatik
Italienisch
Kunst
Latein
Mathematik
Musik
Natur und Technik
Physik
Religionslehre
Sozialkunde
Sport
Wirtschaft und Recht