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So stand es am 20.1.16 in der Wasserburger Zeitung:

 

 Gymnasiasten entwickelten Audio-Guide

 

„Benvenuti a Wasserburg“

Das italienische Flair Wasserburgs ist vor allem im Sommer kaum zu übersehen. Die Schüler des P-Seminars Italienisch 204/16 des Luitpold-Gymnasiums arbeiteten deswegen fast ein Jahr lang an einem Audioguide, der den Besuchern von jenseits der Alpen in deren Landessprache die kulturellen Höhepunkte der Altstadt näherbringen soll. Jetzt ist das Projekt endlich fertig.

 

VON LAURA HOFNER

 

Wasserburg – An der Innbrücke beginnt die Führung. Die Stimme aus dem Lautsprecher heißt den aufmerksamen Zuhörer auf Italienisch im kleinen Venedig Bayerns, dem „piccola Venezia di Baviera“, willkommen. Hier folgen schon die ersten Informationen über das Inndammfest mit „musica“ und Steckerlfisch, den Skulpturenweg, den Salzhandel und das „acqua alta“, das für die Hochwassermarkierungen rechts und links neben der Innbrücke verantwortlich ist. Weiter geht es unter den Arkaden vorbei an den Markthallen, es folgt der verführerische Geruch von Kaffee vorm Bohnenröster, der zu einer Pause mit Panini und Cappuccino einlädt.
    Insgesamt knapp eineinhalb Stunden dauert die von den 15 Schülern des P-Seminars Italienisch ausgearbeitete Stadtführung: An 18 verschiedenen Orten können in Zukunft italienische Austauschschüler des LGW interessante Informationen über die Sehenswürdigkeiten, Einkaufsmöglichkeiten und kulinarische Angebote erfahren – und das in ihrer Landessprache.
    Auf dem Marienplatz gibt es bunt gemischte Fakten und Geschichten über das Rathaus, den Christkindlmarkt und die Kernhausfassade. Nach einem Besuch des Palmanoparks werden in der Hofstatt die kulinarischen Angebote, wie der Rote Turm oder die Bachstube, und Einkaufsmöglichkeiten präsentiert. Weiter geht es durch die Ledererzeile und die Schustergasse. Es folgt ein Abstecher zum Mozart-Haus in der Färbergasse, bevor die „Chiesa di San Giacomo“, die Jakobskirche, besichtigt wird. Über die Freidhoferstiege geht es rauf zum „castello“. Von der Burg führt der Weg weiter durch die Schmidzeile über den Marienplatz und an der Frauenkirche vorbei zur Herrengasse, wo unter anderem das Heimatmuseum, das Kino und die „Porta della peste“, die Pesttür, zu finden sind.
    Während der gesamten Führung sorgt der Audioguide stets für die passende Geräuschkulisse: Am Palmanopark ist die Führung mit dem Tumult spielender Kinder untermalt, vor dem Rathaus ist Glockengeläute zu hören. Zudem werden die Zuhörer an den einzelnen Stationen detailliert angewiesen, in welche Richtung sie blicken müssen, um die besagte Sehenswürdigkeit zu erblicken.
    Damit diese Angaben zum erwünschten Erfolg führten und die italienischen Austauschschüler alle Wasserburger Sehenswürdigkeiten – egal ob „a sinistra“ oder „a destra“ – auch wirklich finden, seien die Schüler zusammen die komplette Route abgegangen, erklärt Edith Geisreiter, die Leiterin des P-Seminars. Dies sei jedoch einer der letzten Schritte gewesen, zuvor sei einiges an Arbeit angestanden.
    Bereits im Februar letzten Jahres begann die grobe Planung des Projekts. Anfangs hätten sie vorgehabt, einen richtigen Audioguide, eine App und einen QR-Code für italienische Touristen allgemein zu erstellen, erläuterten die Zwölftklässler bei der Präsentation ihres Projekts. Sie hätten jedoch relativ schnell gemerkt, dass sie sich „damit übernommen haben“.  Die App und der Code fielen weg. Als Projekt stand nun der Audioguide im Vordergrund. In den vier Gruppen „Geschichte“, „Freizeit“, Einkaufsmöglichkeiten“ und „Kulinarisches“ recherchierten die Schüler zu den verschiedenen Stationen auf der zuvor festgelegten Route durch die Wasserburger Altstadt.  Die erarbeiteten Informationen wurden im Anschluss kombiniert, sodass an den verschiedenen Plätzen unterschiedliche Fakten zu allen vier Bereichen im Audioguide enthalten sind. Die Aufnahme der von den Schülern erarbeiteten Texte erfolgte im heimischen Tonstudio des „seminarinternen Technikers“ Julius. Ihm ist die gute Qualität der Aufnahme zu verdanken.
    Für die Umsetzung eines „richtigen“ Audioguide-Prinzips, bei dem man sich das Gerät im Touristeninformationsbüro abholen kann, stellten die Schüler ihr Projekt bei Bürgermeister Michael Kölbl vor. Im Rathaus wurde die Idee jedoch mit mehreren Begründungen abgelehnt. Zum einen wäre das Interesse an einem nur italienischsprachigen Audioguide relativ gering. Wenn dann hätte die Stadt ein vergleichbares Programm in Englisch und Französisch unterstützt, um nicht nur italienischen Touristen eine Führung durch Wasserburg zu bieten, erklärt Edith Geisreiter. Weitere Probleme brächte laut Stadtverwaltung das Verleihen der Audioguides mit sich. Da das Touristenbüro nicht immer offen habe, stelle sich die Frage, wann die Guides zurückgebracht werden könnten. Zudem sei die Anschaffung und Wartung der Audioguides sehr teuer.
    So fällten die Schüler die Entscheidung, ihren Audioguide nur für die Austauschschüler des Gymnasiums anzubieten. Die Altstadtführung, die den Besuchern die kulturellen Höhepunkte der Stadt näherbringen soll, ist für die Schüler im MP3-Format erhältlich und kann mit allen gängigen Smartphones, Tablets und anderen Musikplayern abgespielt werden. Und mit einer großen Gruppe gibt es – wie von den Schülern bei der Präsentation ihres Projektes gezeigt – eine weitere Möglichkeit: Alle stellen sich im Kreis um den tragbaren Bluetooth-Lautsprecher. Ein Schüler (oder eine Lehrerin) bedient das Geräte mit dem eigenen Handy. Und gleich ertönt: „Benvenuti a Wasserburg!“

Luitpold-Gymnasium Wasserburg am Inn