Dampfboote
Wahlkurs physikalisches Experimentieren
Seit Schuljahresanfang gibt’s bei uns den Wahlkurs physikalisches Experimentieren. Durch ein Anregungsfoto im Physikbuch der 10. Klasse kamen wir auf die Idee, solche Dampfboote selber zu bauen. Das Antriebsprinzip ist Wasserdampf, der aus einer Weißblechdose austritt und durch den Rückstoß das Boot in die Gegenrichtung antreibt. Dazu mussten wir uns Bootskörper aus Styropor schneiden. Das geht am besten mit einem durch el. Strom erhitzten Draht. Dann hieß es eine Weißblechdose leer trinken, aber dazu nur eine kleine Öffnung am Boden der Dose schlagen, damit nachher der Dampf nur dort unter hohem Tempo herauskommt. Über die Frage der Umweltverträglichkeit von Blechdosen haben wir uns für dieses eine Mal ohne schlechtes Gewissen hinweg gesetzt. Diese Dose wurde etwa zu einem Viertel mit Wasser gefüllt und über Teelichtern auf einem Gestell im Boot positioniert. Wie komfortabel ist doch die Formgebung beim Werkstoff Styropor! Die dabei entstandenen Dämpfe waren nicht so toll, so dass wir dabei nur bei geöffneter Fensterfront gearbeitet haben. Der Aufbau musste mit viel Fingerspitzengefühl gemacht werden, weil die Schifferl immer schon vorher kippen wollten.
Die große Enttäuschung war, dass die Teelichter bei weitem nicht die Hitze her brachten, um einen ordentlichen Dampfdruck zu erzeugen. (Wie hat das der Lehrbuchautor wohl gemacht? Hat er überhaupt?) Dabei hatten wir das Wasser schon vor dem Einfüllen ordentlich vorerhitzt. Erst als wir auf die Idee kamen, in die leergebrannten Alubehälter der Teelichter ein wenig Spiritus zu gießen und Flammen wie beim Raclette-Stövchen zu erzeugen, ging plötzlich die Post ab. S. Video Vorsicht beim Nachmachen! Leider zerstörten sich unsere Dampfboote durchwegs am Ende ihrer Jungfernfahrt durch Schiffsbrand von selber. Dank gebührt hier unserem Jugendfeuerwehrmann Dominik.
Otto Höchstetter
| Film 2.2MB |
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