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Heimat Erde

Das Bild unseres Planeten

Vortrag von Dr. Manfred Gottwald vom Zentrum für Luft- und Raumfahrt Oberpfaffenhofen

Das Jahr 2009 ist zum internationalen Jahr der Astronomie erklärt. Speziell das letzte Jahresviertel hat den Untertitel „Astronomie in den Schulen“. Aus diesem Anlass lud das Luitpold-Gymnasium zu dem Vortrag „Heimat Erde - das Bild unseres Planeten“ ein. Referent war Dr. Manfred Gottwald vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR in Oberpfaffenhofen.

„Wie sieht unsere Erde aus dem Weltall betrachtet aus“, fragte er, oder: ab welcher Annäherung an einen erdähnlichen Planeten kann man fest stellen, ob dort die Bedingungen für Entstehung oder Erhaltung von Leben gegeben sind. Tatsächlich bereiten die Forscher am Modell Erde Messungen und andere Untersuchungen für diese Frage vor.

Mit ausgesuchtem Bildmaterial von Satelliten und interplanetarischen Raumsonden zeigte Dr. Gottwald unsere Erde aus verschiedensten Entfernungen. Da konnte man Alpentäler, den Verlauf des Inn mit der Wasserburger Innschleife erkennen oder Bewässerungsareale in Wüstenregionen. Nachtaufnahmen zeigen die Konturen von Westeuropa oder der Ostküste der Vereinigten Staaten, die durch künstliche Beleuchtung abgesteckt werden. Die gleiche Beleuchtung, die als „Lichtverschmutzung“ unsere Himmelsbeobachtungen beeinträchtigt. Staunend erfuhr man, dass eine Erbse in der ausgestreckten Hand den Vollmond abdecken kann – jeder kann es nachprüfen – und dass vom Mond aus eine Euromünze die Erdkugel auf gleiche Weise verdeckt. Von einem Kommunikationssatelliten aus bräuchte es immerhin einen Gegenstand von der Größe eines Fußballs.

Nebenbei erkannte man, wie schön im Vergleich zur Tristheit der toten anderen Körper unseres Sonnensystems unsere blaue Erde ist. Die dringende Notwendigkeit, diese Schönheit zu erhalten, legte Gottwald den Zuhörern besonders ans Herz. Das historische Vorurteil, die Erde ist zu klein um aus größerer Entfernung als vom Uranus aus erkennbar zu sein, widerlegte der Referent mit einem aktuellen Bild von der 1976 gestarteten Voyager-Raum-Sonde, die derzeit gerade das Sonnensystem verlässt. Wenn auch als winziges lichtschwaches Pünktchen ist sie aus einer Entfernung zu sehen, die das 100-fache der Sonnenentfernung ausmacht. Welche Stoffe auf einem Planeten vorkommen, etwa Sauerstoff, Wasser usw. kann man mit der Spektralanalyse, als durch Lichtuntersuchung auf größte Entfernungen heraus bekommen. In kurzweiliger Unterhaltung erfuhr das konzentrierte Publikum Wissenswertes über das Sonnensystem, die Raumfahrt, ihre Ergebnisse und Zukunftspläne.

In der folgenden Fragephase wurden unglaublich klingende Aussagen von den Zuhörern noch einmal hinterfragt. Die Aussichten auf eine Begegnung mit außerirdischen Lebewesen setzte der Fachmann allerdings gleich Null. Überraschend empfanden die Zuhörer auch, dass Raumsonden ihre Informationen mit einer Antennenleistung von ca. 20 Watt, also wie das Bremslicht eines Autos, übertragen. Mit den riesigen Radioantennen auf der Erde geht das. Am Ende der Veranstaltung versprach der Vertreter der Schule für die kommenden Wochen Beobachtungsabende nicht nur für Schulangehörige und lud gleich für den nächsten Vortragstermin am 13. Januar mit Thema „Exoplaneten“ ein. Hier geht es also um ferne Planeten, die sich nicht in unserem Sonnensystem befinden. 

Otto Höchstetter