Exoplaneten
Vortrag von Dr. Gero Rupprecht
20. Januar 2010
Gibt es in den Weiten des Universums noch weitere Planeten, auf denen sich Leben entwickeln könnte wie auf unserer Erde? Diese Frage könnte man als das Schwerpunktthema des Vortrags von Dr. Gero Rupprecht, vergangenen Mittwoch in der Aula des Luitpold-Gymnasiums auffassen. Aus Anlass des internationalen Jahres der Astronomie bemühen sich Astronomieorganisationen, ihre Arbeit und Ergebnisse der breiten Bevölkerung vorzustellen. An die 70 Interessierte aller Altersstufen aus allen Bevölkerungsgruppen ließen sich diese Gelegenheit nicht entgehen. Dr. Rupprecht arbeitet an der Europäischen Südsternwarte ESO in Garching und ist dort mit der Ausstattung mit optischen Instrumenten befasst. Seine Geräte stehen u. a. in Chile, z.B. das VLT (ein Großteleskop mit 8m Spiegeldurchmesser) auf dem Berg Paranal.
Extrasolare Planeten kreisen um ferne Sterne. Leider können sie wegen ihrer geringen Helligkeit eng neben ihrer zentralen Sonne so gut wie nicht erkannt werden. Welche Tricks und welche Kreativität die Forscher entwickeln, um diese Probleme zu umgehen, und deren erstaunliche Ergebnisse, faszinierte die Anwesenden. Auf die Existenz eines solchen Himmelskörpers kann man etwa schließen, wenn die Helligkeit eines Sterns minimal abnimmt, weil ihn der vorbeiziehende Planet für kurze Zeit ein bisschen abschattet. Oder, wenn der Stern durch die Anziehung eines solchen Planeten geringfügig her oder weg beschleunigt wird, was man an der Lichtwellenlänge nachweisen kann. Oder gar, weil der Planet Licht aus der Tiefe des Weltraums ein bisschen bündelt. Leider findet man so, wenn überhaupt, vor allem nur Riesenplaneten. Wenn diese nun auch noch näher an ihrem Stern stehen, sind sie aber schon wegen ihrer Oberflächentemperatur zu heiß, um unser Interesse zu verdienen.
Ziel der Suche ist keinesfalls, dass wir vielleicht einen Ort zum Auswandern suchen, wenn die Erde gänzlich unbewohnbar ist, so Dr. Rupprecht, sondern die Frage, ob die Lebensentstehung auf der Erde ganz einmalig im Universum war und ob es gar schon irgendwo intelligentes Leben gibt. Sollte das der Fall sein, könnte man davon ausgehen, dass das dort schon länger so existiert und das würde bedeuten, dass sich dieses nicht unweigerlich selbst ausrotten muss. Ein kleiner Trost. Denn auf der Erde sieht es ja leider so aus. Ob es Planeten in erdähnlicher Größe im passenden Abstand von ihrem Stern und gar mit einer geeigneten chemischen Zusammensetzung gibt, ist noch offen. Ausgeschlossen ist dies noch nicht einmal in unserer nächsten stellaren Nähe, etwa bei Alpha Centauri. In Staunen verfolgten die Zuhörer, wie gerade in den vergangenen Wochen und sogar am heutigen Tag selbst das Wissen der Menschheit in diesem Bereich wieder zugenommen hat. Ja, man kennt schon einzelne Planeten, die sich möglicherweise nicht so sehr von der Erde unterscheiden. Dann müsste sich „nur“ noch herausstellen, dass dort auch die klimatischen Bedingungen passen und flüssiges Wasser und Sauerstoff vorhanden sind.
Als einzige Zukunftsperspektive fordert der Referent auf, alles zu tun, um unseren Lebensraum zu erhalten. Ein anderer wird nie verfügbar sein. In der folgenden Fragephase wurden unglaublich klingende Aussagen von den Zuhörern noch einmal hinterfragt. Die Aussichten auf eine Kontaktaufnahme mit außerirdischen Lebewesen setzte der Fachmann allerdings gleich Null. Am Ende der Veranstaltung versprach der Vertreter der Schule für die kommenden Wochen Beobachtungsabende, nicht nur für Schulangehörige, anzubieten und kündigte einen dritten Astronomievortrag für das nächsten Halbjahr an.
Otto Höchstetter
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