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Jupiter

 

Jupiter gehört mit Saturn, Uranus und Neptun zu den Gasriesen unseres Planetensystems. Er besitzt keine feste Planetenoberfläche. Seine Atmosphäre besteht zu fast 90% aus Wasserstoff und ca. 10% aus Helium. In großer Tiefe geht sie wegen des hohen Druckes allmählich in den flüssigen Zustand über. Darun­ter vermutet man einen Gesteinskern aus Eis und Silikaten. Insgesamt hat Jupiter den 11-fachen Durch­messer, das 1.400-fache Volumen, sowie die 318-fache Masse der Erde. Wäre er „nur“ noch 100-mal größer, so könnte der Gewichtsdruck im Kern (wie in der Sonne) Kernreak­tio­nen zünden – und wir wären in einem Doppel­stern­sy­stem! Mit ca. 70% der Masse des ganzen Planeten­sys­tems bietet uns Jupiter Schutz vor Meteo­riten und Kometen, da seine Anziehungskraft viele „abfängt“. So ein Glück!

 

 

Wegen der Größe des Jupiters sind im Fernrohr Oberflächendetails zu erken­nen: die hellen und dunklen äquator­pa­ral­le­l­­en Wolkenbänder sind Gas­schichten mit unter­schiedlichen Geschwindigkeiten. Mit einer Umdrehung in weniger als 10 Stunden treten auch gewaltige Fliehkräfte auf, die zu einer deutlichen Ab­plattung der Planetenscheibe des Jupiters führen. Zwischen den Wolkenbän­dern erkennt man den Großen Roten Fleck schon in einem Amateurteleskop – ein etwa zwei Erddurchmesser großer Zyklon, der seit rund 300 Jahren nahezu stabil ist. Windwirbel in der Erdatmosphäre lösen sich im Gegensatz dazu immer schnell wieder auf.

 

Wie die anderen Riesenplaneten besitzt auch Jupiter eine große Anzahl von Monden. Über 60 sind bekannt. Die vier größten, Io, Europa, Ganymed und Kallisto, haben eine Größe wie unser Erdmond bzw. der Planet Merkur und wurden bereits vor 400 Jahren durch Galileo Galilei entdeckt. Sie können schon mit einem guten Feldstecher beobachtet wer­den. Da wir ihre Umlauf­ebene von der Kante her sehen, stehen die Monde hier wie auf einer Schnur aufgereiht.

 

 

Beim Vorbeiflug der Sonde Voager 2 im Jahr 1979 wurden auf Io Vulkan­aus­brüche festegestellt; mittlerweile wur­den sogar Lavaströme beobach­tet. Die Wärme entsteht durch die enormen Gezeitenkräfte in der Nähe des Jupiters, die die Ober-fläche von Io um bis zu 100 Meter auf und ab bewegen. Im Gegensatz zu anderen Monden ist die Oberfläche von Europa sehr glatt; er ist mit einer ca. 20 km dicken Schicht aus Wasser­eis überzogen. Unter dem Eis könnte sich eine Art Schneematsch oder sogar flüssiges Wasser befinden, in dem sich vielleicht Leben entwickeln könnte.

 

Zum Nachdenken: Welche Zufälligkeiten müssen in einem Planetensystem eintreten, damit sich darin Leben entwickeln kann?

 

Bildquelle: NASA JPL (Cassini, Galileo, Voyager 2)

Luitpold-Gymnasium Wasserburg am Inn