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Sie befinden sich hier  STARTSEITE UNTERRICHT Physik 6. Astronomie Astronomieausstellung Milchstraße 2

Milchstraße 2

 

Unsere Galaxis ist eine ca. 100 000 Lichtjahre große, scheiben­förmige Ansammlung von ca. 200 Milliarden Sternen. Weil wir uns selbst in dieser Scheibe befinden und die meisten Sterne zu weit entfernt sind, um sie einzeln erkennen zu können, sehen wir nur ein schmales, diffus leuchtendes Band am Himmel, was zum Namen Milchstraße geführt hat. Ihr Zentrum befindet sich im Sternbild Schütze am Südhimmel; dort sieht man die größte Sternen-Dichte. 

 

 

Auf einer galaktischen Himmelskarte wird die ganze Himmels­kugel abgebildet – so wie auf einer Weltkarte die ganze Erd­ober­fläche. Die Milchstraßen-Scheibe entspricht dabei dem Erd­äquator. Das große Bild zeigt vier Ausschnitte aus solchen Karten mit dem galaktischen Zentrum in der Mitte. Nur der erste Ausschnitt zeigt die vertraute Ansicht im optisch-sichtbaren Licht, mit leuchtenden Sternen und Gaswolken. Entlang der galak­tischen Ebene finden sich viele Dunkel­wolken aus Staub, die den Blick auf das eigentliche Zentrum der Milchstraße verwehren.

 

 

Die meisten Objekte leuchten jedoch auch bei anderen, für unsere Augen unsichtbaren Wellenlängen des Lichts. Seit dem 20. Jahrhundert erschließt sich die beobach­tende Astro­nomie diese neuen Fenster zum Universum. Infrarotes Licht, z.B., wird nicht so stark von Staub absorbiert, wie man an der zweiten Karte erkennt. Man sieht Sterne von weit hinter den Staubwolken. Nur so konnte man die Sterne beobachten, die sich ganz eng um das schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße be­wegen. Da infrarotes Licht (mit etwas größeren Wellen­längen als rotes Licht) Wärme­strahlung ist, sieht man auch aufgeheizte Staubwolken leuchten; besonders in Wolken wie im Orion-Nebel, wo neue Sterne entstehen.  

 

 

Das dritte Bild zeigt eine Radio-Karte der Milchstraße. Radiostrahlung hat eine relativ große Wellenlänge, bei der Absorption durch Staubwolken keine Rolle mehr spielt. Im Radiobereich leuchten Sterne nur noch schwach. Speziell in der hier gezeigten 21-cm-Strahlung sieht man man Wolken aus atomarem Wasserstoff in der gesamten Milchstraße. Durch Ver­messung der Geschwindigkeit (über die Dopplerverschiebung) weiß man, dass die Milchstraße rotiert und Spiralstruktur hat.  

 

 

Das letzte Bild ist eine Aufnahme im Röntgenbereich . Röntgenstrahlung hat 1.000-mal kürzere Wellenlängen als sichtbares Licht. Bei den Quellen so energiereicher Strahlung handelt es sich ebenfalls nicht um Sterne, sondern hauptsächlich um Supernova-Über­reste oder Röntgen-Doppelsterne, bei denen Materie in ein schwar­zes Loch oder auf einen Neutronenstern fällt. Auch viele Millionen Grad heißes Gas leuchtet im Röntgenlicht.

 

Zum Suchen und Finden: Unsere Nachbargalaxien, die Magellanschen Wolken, sind südlich der Milchstraßen-Ebene in den 4 Bildern erkennbar.

 

Bildquellen: A. Mellinger, AKARI, LAB Survey, ROSAT 

Luitpold-Gymnasium Wasserburg am Inn