Saturn

 

Saturn umkreist die Sonne als 6. Planet im Abstand von 9,6 Erd­bahn­radien in 29,5 Jahren. Er ist nach Jupiter und vor Uranus und Neptun der zweit­größte Gasriese unseres Pla­neten­systems. Mit 120 000 km Durch­­­messer ist er fast 10 mal so groß wie die Erde. So ist er trotz der Entfernung als eines der hell­sten Ob­jekte am Himmel mit bloßem Auge gut er­kennbar. Die Atmosphäre des Saturns be­steht überwiegend aus Wasserstoff und Helium. In tieferen Schichten ver­flüssigen sich diese Gase zwar durch den hohen Druck, aber es gibt keine feste Pla­neten­oberfläche, wie man sie von den erdähn­lichen (inneren) Planeten kennt. Das gelblich-braune Aus­sehen stammt von einer Wolkendecke aus über­wie­gend gefrorenen Ammoniak­kristallen. Man erkennt unterschiedlich ge­färb­te Wolkenbänder parallel zum Äquator. Das sind Strömungszonen mit unter­schied­lichen Windge­schwin­digkeiten, die von der schnel­len Rotation (in nur 10 Stunden!) angetrie­ben wer­den. Dazwischen sieht man riesige Wirbel­stürme als größere Flecken.

 

 

Sein Ringsystem macht Saturn im Fernrohr wohl zum auf­regendsten Planeten. Es be­steht aus Eis- und Gesteinspartikeln von Staubkorngröße bis etwa 10 m, die den Planeten so dicht um­krei­sen, dass sie wie eine bis auf wenige Lücken geschlos­sene Scheibe mit fast 1 Mio km Durch­mes­ser bei nur we­ni­gen 100 m Dicke erscheinen. Man vermutet, dass sie aus einem größeren Mond entstanden sind, der von den Ge­zei­tenkräften nahe des Saturns zer­rissen worden ist. Natürlich werden nicht all die Millionen Trümmer, die den Saturn umkreisen, als Monde klassi­fiziert. Titan, der größ­te der 56 benannten Monde, ist mit 5.150 km Durch­­­mes­ser fast halb so groß wie die Erde. Einige Monde bewegen sich in der gleichen Bahn, nur um 60° gegeneinander ver­setzt. Eine Be­sonderheit bil­den auch Janus und Epi­­me­theus auf fast der glei­­chen Umlaufbahn, die sie alle vier Jahre, wenn sie sich ganz nahe kommen und sich anziehen, austau­schen.

 

 

Die Lücken im Ringsystem, deren augenfälligste die Cassinische (Zwei-)Teilung ist, werden von der An­ziehungskraft der Monde sowie der Ringe selbst ver­ursacht. Kleinere Mon­de, so ge­nannte Schäferhund­mon­de krei­sen in den Lücken und an den Rändern, zie­hen die Materie abwech­selnd beim Vorbeiziehen an und sta­bi­li­sieren so auch das Ringsystem insgesamt.

 

 

Die Bildmontage zeigt Polarlich­ter auf dem Saturn im Verlauf mehrerer Tage. Dabei werden geladene Teilchen, die als Sonnenwind von der Sonne stammen, entlang des Saturn-Magnetfelds abge­lenkt und so zu den Polen geleitet. Dort geben sie ihre Energie an die Atmos­phäre ab und regen sie zum Leuchten an.

 

Zum Nachdenken: Inwiefern zeigen die irdischen Polarlich­ter, dass wir vor dem lebensbedrohendem Sonnen­wind geschützt werden?

 

Bildquelle: NASA, ESA (Hubble + Cassini-Sonde)