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Sie befinden sich hier  STARTSEITE UNTERRICHT Physik 6. Astronomie Astronomieausstellung Galaxienverschmelzung

Galaxienverschmelzung

Antennen-Galaxien

 

Sterne wie unsere Sonne entstehen in Galaxien. Das sind Ansammlungen von ca. 100 Milliarden Sternen mit einem Durchmesser von rund 100.000 Lichtjahren; so wie unsere Milchstraße, in der unser Sonnensystem ent­halten ist. In den Armen von Spiralgalaxien wird inter­stellares Gas zu neuen Sternen komprimiert. Die vielen blauen Sterne zeugen von der Sternentste­hung: Blaue Sterne können im Vergleich nur kos­misch jung sein, da sie besondere Energieverschwender sind: so heiß und hell, dass sie schon nach einigen Millionen Jahren ausgebrannt sind. Elliptische Galaxien enthalten nur noch masseärmere, rote Sterne, die mit ihrem Brennstoff Milliarden Jahre auskommen.

 

Spiralgalaxie

Elliptische Galaxie

 

Im Gegensatz zu Sternen, die im Vergleich zu ihren Abstän­den so klein sind, dass Zusammenstöße äu­ßerst unwahrscheinlich sind, kommt es schon leichter zu einer Kollision von Galaxien. Die Gravitation verwirbelt die beiden dabei so, dass eine unstrukturiert erscheinende, sogenannte irreguläre Galaxie entsteht. Oft, das zeigen auch Computer­-Berechnungen, bilden sich dabei Gezeiten-Arme: die Gezeiten­kraft - unter­schiedliche Gravi­tationskraft an der zu- und ab­gewandten Seite - zieht die Gasmassen auseinander. Bei den Gezeiten auf der Erde bewirkt ja die An­zieh­ung des Mondes auch zwei Flutberge von Wasser­massen: einer auf der Seite zum Mond hin, der andere gegenüber.

Die Antennen-Galaxien NGC 4038 und NGC 4039 (die aus­ge­präg­ten Gezei­ten-Arme waren namens­gebend), die sich erst seit wenigen 100 Millionen Jahren beeinflussen, befinden sich in ca. 62 Mio. Lichtjahren Entfernung im Stern­bild Rabe (Corvus). Sie sind damit das jüngste und nächst­gelegene Beispiel einer Galaxien­verschmelzung. Die ursprünglichen Zentren sind noch als orange leuch­tende Flecken er­kennbar. Die Gravitations-Wechsel­wirkung verursacht die Ent­stehung von Milliarden neuer Sterne, was wieder an den blauen Gebieten zu erkennen ist. Das rote Leuch­ten, eigens mit einem spe­ziellen Hα-Farbfilter sichtbar gemacht, markiert von diesen Jung­ster­nen auf­geheizte Wasserstoffwolken. Die dunklen Fila­mente (fadenartige Struk­turen) werden von Staub­massen verursacht, die das Licht der Galaxien abschirmen.

 

 

Für die fernere Zukunft: Auch unsere Milchstraße und die ca. 2,5 Mio. Lichtjahre entfernte Nachbargalaxie Andromeda bewegen sich mit 266 km/s auf­einander zu und werden vermutlich in einigen Milliarden Jahren kollidieren. Ob die beiden Spiral­galaxien dann wohl ebenso spektakulär verschmelzen?

 

Bildquelle: NASA, ESA; Hubble-Space-Telescope

Luitpold-Gymnasium Wasserburg am Inn