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Koedukativer Sportunterricht

Sportstunden im Klassenverband 


Dieser fachdidaktische Ausdruck bedeutet schlicht und einfach, dass die ganze Klasse gemeinsam, d.h. Jungs und Mädchen zusammen Sportunterricht haben. Auf Grund der begrenzten Hallenkapazitäten und der hohen Schülerzahl in den fünften Klassen, konnten die Schüler diesmal nicht mehr in zwei Sportgruppen zusammengefasst werden, und die Klasse 5b erhielt alle drei wöchentlichen Sportstunden im Klassenverband. Die Schülerinnen und Schüler sind dies eigentlich aus der Grundschule gewöhnt, aber bei uns am Gymnasium gab es gemischte Gruppen bisher nur im Leistungskurs, und eben heuer in der Klasse 5b. Eine von drei Sportstunden war auch in der Klasse 6a koedukativ.

Ein bisschen anders planen muss man die Sportstunde schon, wenn alle Sportarten und Spiele abgedeckt werden sollen, gibt es doch erfahrungsgemäß Unterschiede in der Bewegungserfahrung der Jungen und Mädchen. Hier kam dem Unterricht zugute, dass wir parallel zum Leistungskurs Sport hatten, und so häufig über die ganze Doppelhalle verfügen konnten, weil die Sportkollegiaten Theorieunterricht genossen oder im Badria schwimmen waren. So konnten Jungs und Mädchen getrennt Basketball, Handball und Fußball spielen. Der Weg vom „Ball über die Schnur“ zur Grobform Volleyball klappte allerdings gemeinsam ausgezeichnet. Hier waren Technik und Spielverhalten für alle neu. In Turnen und Leichtathletik kamen die Unterschiede auch nicht sehr zum Tragen, wenngleich die Schüler schon zur Kenntnis nehmen mussten, dass die Weiten in Sprung und Wurf unterschiedlich bewertet werden für Jungs und Mädchen. Leider konnten wir aus terminlichen Gründen nicht regelmäßig schwimmen gehen. Dankenswerterweise hat sich Herr Haigermoser im April zu einem mehrwöchigen Stundentausch bereit erklärt, und die Klasse konnte wenigstens ein bisschen Schwimmtechnik üben. Die Disziplin der 5b war übrigens während der Badriabesuche vorbildlich.

Zu Beginn des Schuljahres waren im Sportunterricht schon ein paar Diskussionen mehr nötig, als üblich, weil bei 19 Mädchen und 13 Jungs die Gruppeneinteilung nicht einfach ist. So führten wir anfangs eine Strichliste, damit bei Partnerübungen jede und jeder mal ins „gemischte Doppel“ muss. Im Laufe der Monate hat sich der Ablauf des Unterricht aber immer besser eingespielt, und die Akzeptanz der Schülerinnen und Schüler untereinander hat sich sehr positiv entwickelt. Ende Mai - beim 50 m Sprint - trat sechs oder sieben Mal ein Mädchen gegen einen Jungen an, ganz selbstverständlich und ohne Notwendigkeit. Über mangelnde Motivation in dieser sehr sportlichen Klasse kann man sich bestimmt nicht beklagen, so dass - zumindest aus meiner Sicht - eine recht positive Bilanz gezogen werden darf.

Gisela Höfler 





Luitpold-Gymnasium Wasserburg am Inn