Mach dein Handy nicht zur Waffe

22.10.2026

Man kann sich auch strafbar machen, indem man unter einen beleidigenden Chat einfach nur einen Like setzt – das gilt strafrechtlich genauso, wie wenn man die Beleidigung selbst geschrieben hätte. Dieses anschauliche Beispiel brachten die Richter Herrn Baier und Herrn Roth vom Landgericht Traunstein in ihren Vorträgen für die achten Klassen unseres Gymnasiums am 22. Oktober mit.

Die Kampagne „Mach dein Handy nicht zur Waffe“ des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz macht deutlich: Auch im digitalen Raum gelten Gesetze – und wer sie verletzt, kann sich strafbar machen. Viele Jugendliche handeln dabei nicht aus böser Absicht, sondern aus Unwissenheit oder Gruppendruck. Genau hier setzten die beiden Richter mit ihrer Aufklärung an, um die Hemmschwelle zu senken, Fragen zu stellen, und zu zeigen: Nur wer weiß, was erlaubt ist und was nicht, kann sich und andere schützen.

In den Vorträgen wurde ein breiter Bogen durch aktuelle digitale Problemfelder gespannt. Neben klassischen Delikten ging es in diesem Jahr unter anderem um die Gefahr von Deepfakes, die mittlerweile täuschend echt wirken, sowie um das Teilen von Inhalten mit rassistischen Zügen. Auch Themen wie „Upskirting“, heimliche Aufnahmen (etwa im Unterricht oder im privaten Bereich) und der Vorwurf des Rufmords wurden intensiv besprochen. Dabei gaben die Richter auch Einblicke in ihre Praxis aus dem Landgericht Traunstein und verdeutlichten, wie schnell aus vermeintlichem „Spaß“ ein Ermittlungsverfahren, Sozialstunden, ein Eintrag ins Führungszeugnis oder eine spürbare seelische Belastung werden kann.

Die wichtigste Botschaft des Tages lautete daher: Überlege genau, bevor du etwas likest, postest, teilst oder abspeicherst.
Was im ersten Moment harmlos wirkt, kann anderen großen Schaden zufügen – und dir selbst massive Probleme bereiten.

Als Schule wollen wir unsere Schülerinnen und Schüler darin bestärken, verantwortungsbewusst mit digitalen Medien umzugehen. Das bedeutet, sich gegenseitig zu respektieren, Grenzen zu achten und im Zweifel lieber einmal mehr hinzusehen, als unüberlegt zu handeln.

Denn: Dein Handy kann viel Gutes bewirken – aber nur, wenn du es nicht zur Waffe machst.

Weitere Informationen und Materialien zur Kampagne gibt es unter:
www.machdeinhandynichtzurwaffe.de

Michael Brandl