Planspiel Landtag: Ein Tag Politik zum Mitmachen
Im Rahmen eines ganztägigen Planspiels hatten wir am 22. Januar die Möglichkeit, an unserer Schule die Arbeit des Bayerischen Landtags hautnah mitzuerleben. Durchgeführt wurde das Planspiel vom Centrum für angewandte Politikforschung (CAP), das an die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) angegliedert ist. Begleitet wurden wir dabei von drei jungen Referentinnen und Referenten der LMU, Sophie Hüttmann, Fiona Ringelhan und Marius Oberberger, die sich intensiv mit Politik beschäftigen und uns durch den gesamten Tag führten.
Im Mittelpunkt stand ein fiktiver Gesetzentwurf der Fraktion der Sozialen zur Verbesserung der Integration von Geflüchteten und Asylbewerbern im Kindes- und Jugendalter im Freistaat Bayern. Dieser Gesetzentwurf bestand aus vier Artikeln, die wir Schritt für Schritt erarbeiteten, diskutierten und verhandelten.
Die Gruppe wurde in verschiedene Fraktionen eingeteilt: Konservative, Ökologen, Soziale und Freie. Dabei war die Verteilung bewusst realitätsnah gestaltet – es gab deutlich mehr Konservative, ähnlich wie im tatsächlichen Bayerischen Landtag. Jede Person schlüpfte in eine eigene Rolle, durfte sich einen individuellen Namen geben und vertrat eine klare politische Position. Zusätzlich gab es verschiedene Funktionen, beispielsweise Fraktionsvorsitzende oder Ausschussvorsitzende, was das Planspiel besonders authentisch machte.
Innerhalb der Fraktionen wurde beraten, diskutiert und strategisch geplant. Anschließend trafen sich alle Gruppen im Plenum, um die einzelnen Artikel des Gesetzentwurfs zu besprechen. In den folgenden Ausschusssitzungen wurde deutlich, wie komplex politische Entscheidungsprozesse sind und wie viel Zeit, Kompromissbereitschaft und Diskussionen nötig sind, bis ein Gesetz beschlossen werden kann. Geleitet wurde das Ganze von einer Sitzungsleitung, die die Rolle des Landtagspräsidiums übernahm und für Struktur und Ordnung sorgte.
Das CAP verfolgt das Ziel, politische Prozesse verständlich zu machen und politische Bildung praxisnah zu vermitteln. Genau das wurde an diesem Tag deutlich: Politik war nicht mehr nur Theorie aus dem Unterricht, sondern ein aktiver Prozess, an dem wir selbst beteiligt waren. Insgesamt war das Planspiel eine sehr spannende und lehrreiche Erfahrung. Es ermöglichte uns einen Einblick in parlamentarische Abläufe und zeigte, wie Interessen und Meinungen aufeinandertreffen. Vor allem wurde klar, dass Demokratie von Diskussionen, Engagement und Geduld lebt – und dass politische Entscheidungen selten einfach oder schnell getroffen werden.
Von Sophia-Marie Regner und Felicia Ruckert für den Wahlkurs PoliZeit




