„Sei g’scheid!“

Medienkompetenztraining in den 5. Klassen

„Darf ich im Klassenchat schreiben, was ich will?“ oder „Darf ich ein Foto von meinem Mitschüler über WhatsApp verschicken?“ – Fragen wie diese standen im Mittelpunkt des Medienkompetenztrainings „Sei g’scheid“, das kürzlich für unsere 5. Klassen stattfand.

Zu diesem Anlass begrüßten wir Polizeihauptwachtmeisterin Lena Schäuble von der PI Wasserburg, die gemeinsam mit unserer Sozialpädagogin Claudia Prietz unsere Fünftklässler im verantwortungsbewussten Umgang mit digitalen Medien schulte.

Sicherheit im Netz und Datenschutz

Neben rechtlichen Aspekten bei der Nutzung von Smartphones, Tablets und PCs standen vor allem der Schutz der Privatsphäre und der vorsichtige Umgang mit eigenen Daten im Fokus. Den Schülerinnen und Schülern wurde eindringlich empfohlen, äußerst zurückhaltend mit der Veröffentlichung privater Fotos umzugehen. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf den Risiken durch Künstliche Intelligenz: Mit modernen KI-Tools lassen sich Bilder heute so täuschend echt verändern, dass schnell Aufnahmen entstehen können, die man keinesfalls im Netz verbreitet sehen möchte.

Das Smartphone als „Konzentrationskiller“

Dass digitale Medien ein hohes Ablenkungspotenzial bergen, erfuhren die Schülerinnen und Schüler auf spielerische Weise. In einem Stuhlkreis wurden verschiedene Alltagsgegenstände – eine Brotzeitbox (Mahlzeiten), ein Ball (Freizeit), ein Bild (Familie) und ein Federmäppchen (Schule/Lernen) – schnell in der Runde weitergegeben. Die Übung verlief reibungslos, bis ein „Pop-it“-Spielzeug ins Spiel kam. Ab diesem Moment war die Konzentration auf die anderen Gegenstände komplett gestört, da die Aufmerksamkeit nur noch auf das „Pop-it“ – das digitale Medien symbolisierte – gerichtet war. Studien belegen: Allein die Anwesenheit eines Smartphones kann die Konzentrationsfähigkeit bereits erheblich mindern.

Zudem wurde thematisiert, wie viel Zeit die digitale Welt in Anspruch nimmt. Bei einigen Schülerinnen und Schülern summierte sich die tägliche Nutzungszeit auf mehrere Stunden – Zeit, die dann für Hobbys, Freunde und die Hausaufgaben fehlt.

Es ist uns ein großes Anliegen, die Kinder bereits in der 5. Jahrgangsstufe für diese Themen zu sensibilisieren. Ein herzliches Dankeschön geht deshalb an Claudia Prietz und an Lena Schäuble für die Durchführung dieses Projekts an unserer Schule.

Und was ist nun mit den Eingangsfragen?

  • Darf ich schreiben, was ich will? Nein. Ein respektvoller Umgang ist das A und O. Probleme sollten immer im persönlichen Gespräch geklärt werden, da sich Missverständnisse so deutlich schneller und friedlicher aus der Welt schaffen lassen.
  • Darf ich ein Foto von einem Mitschüler versenden? Nein. Hier gilt das „Recht am eigenen Bild“. Das Versenden von Fotos Dritter ist ohne deren ausdrückliche Zustimmung – und bei Minderjährigen zusätzlich die der Eltern – untersagt.

Unterstufenbetreuerin

Andrea Kaltenhauser